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05.07.2012  |  von  |  0 Kommentare

Konstanz Suche nach Philharmonie-Intendant läuft

Konstanz -  Eine erfahrene Persönlichkeit soll das Orchester aus den roten Zahlen holen. Jetzt muss man sie nur noch finden

Neuer Bewohner gesucht: Das Büro des Intendanten der Südwestdeutschen Philharmonie (im Bild die Einrichtung des ehemaligen Intendanten Christian Lorenz) muss neu besetzt werden. Verwaltung und Gemeinderat wollen eine möglichst schnelle Lösung.  Bild: ArchivHanser

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Redakteur Konstanz

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Knapp eine Woche nach dem angekündigten Abschied von Philharmonie-Intendant Florian Riem wird hinter den Kulissen intensiv an einer Nachfolgeregelung gearbeitet. Dabei wurde nach SÜDKURIER-Informationen eine zunächst erwogene interne Lösung inzwischen wieder verworfen. Ziel soll es nun sein, eine im Musikgeschäft erfahrene Persönlichkeit zu holen, die Ruhe in den Betrieb bringen soll. Wegen des derzeitigen Kassenminus von 321 000 Euro und dem Weggang von Florian Riem nach München hatte es zuletzt erhebliche Unruhe innerhalb des Orchesters gegeben.

Als schnelle Lösung soll für eine Übergangszeit jetzt nach Möglichkeit ein erfahrener Mann oder eine erfahrene Frau interimsweise die Philharmonie leiten. Danach, spätestens aber ab der Saison 2013/2014, soll dann endgültig ein neuer Intendant die Geschäfte übernehmen. Wie schnell eine solche Lösung zu finden ist, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Einerseits gibt es zwar mehr suchende Intendanten als offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt. Andererseits ist das Defizit von 321 000 Euro eine schwere Bürde für jeden neuen Intendanten. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind gering, der Sparzwang groß. Erst recht, da einige Insider schon davon ausgehen, dass das Minus in der Kasse inzwischen angeblich bei 400 000 Euro liege. Klarheit darüber wird wohl erst die Untersuchung des Rechnungsprüfungsamtes ergeben. Zahlen sollen hier noch im Juli vorliegen.

Unterdessen hat Vassilis Christopoulos, Chefdirigent der Südwestdeutschen Philharmonie, erklärt, dass er in der Übergangsphase bereit stehe, zu helfen, wo es geht. Aus seiner Sicht müsse man in Zukunft verstärkt auf die Ausgaben bei den Solistengagen achten und zudem nicht zu viele Programme spielen, die mehr Musiker erfordern als die Philharmonie hat. Insgesamt gehe es um eine Balance zwischen Sparbemühungen und Wahrung von Qualitätsansprüchen, so Christopoulos.

Die Gesamtverantwortung als Intendant wolle er aber nicht übernehmen: „Vor drei, vier Jahren hätte ich die Aufgabe gerne übernommen, aber jetzt ist es zu spät dafür“, so Christopoulos. Er wolle sich aber verstärkt in die Planung der Saison 2013/2014 einbringen: „Der Chefdirigent sollte erweiterte Kompetenzen bei der Mitsprache am Saisonprogramm haben. Unter Herrn Riem war das leider nicht so“, erklärt Christopoulos. So etwas wie Teamarbeit zwischen Intendant und Chefdirigent habe es nicht gegeben, „jeder hat seins gemacht“, so der 37-Jährige.

Die Südwestdeutsche Philharmonie in Konstanz steht vor finanziellen Problemen: Ein Defizit von rund 700.000 Euro belastet das Orchester. Lesen Sie alle Artikel zur Philharmonie in unserem Themenpaket.

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