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Konstanz Studi-Ticket kommt zum Wintersemester

11.08.2012
Konstanz -  52 Euro kostet das Studi-Ticket des Verkehrsverbunds Hegau-Bodensee (VHB), das ein Semester lang für den gesamten Landkreis Konstanz gilt.

Das Team vom VHB präsentiert am Seehas-Haltepunkt Wollmatingen vergrößerte Exemplare des Studi-Tickets. Für 52 Euro pro Semester gilt es für Bus und Bahn im gesamten Landkreis. Von links: Anke Wichardt (Marketing, Tarife), Christina Falter (Geschäftsstellen-Leiterin) sowie die Geschäftsführer Ralf Bendl und Andreas Rüster.  Bild: Michael Buchholz

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Als der Verkehrsverbund Hegau-Bodensee (VHB) Ende April mit den konkreten Arbeiten für die Einführung eines Studi-Tickets für den gesamten Kreis Konstanz begannen, schwang eine Sorge mit: „Bis zum Herbstsemester schaffen wir das nie!“ Die Skepsis war fehl am Platze, der entsprechende Vertrag zwischen VHB und dem Studentenwerk Seezeit wurde jetzt unterschrieben. Alle Beteiligten sind sicher, dass die noch erforderliche Genehmigung des Tarifes durch Regierungspräsidium und Verkehrsministerium in Kürze erteilt wird. Ihre Zuversicht schöpfen sie aus einer tatkräftigen Begleitung des Projektes durch besagte Behörden.

Der Mangel an Wohnmöglichkeiten in Konstanz war ein entscheidender Anstoß für ein Studi-Ticket. Als Vertreter für die Studierenden hatten Patrick Stoll, Stephan Kühnle (Uni) und Lars Venslauskas (HTWG) nicht nur die Verhandlungen mit dem VHB geführt, sondern ihr Anliegen auch mit einer Umfrage untermauert. Bei einer Beteiligung von rund 30 Prozent sprachen sich 70 Prozent der Teilnehmer an der Uni und 80 Prozent an der HTWG für ein solches Ticket aus. Mit der Unterstützung durch das Studentenwerk und die Hochschulleitungen waren die Initiatoren nach achtwöchigen Verhandlungen mit dem VHB einig. Deren Geschäftsführer Andreas Rüster sprach bei der Vertragsunterzeichnung von sehr guten, emotionalen und konstruktiven Verhandlungen trotz des Zeitdrucks. Sein Kollege Ralf Bendl betonte, dass man gerne auf die Vorschläge eingegangen sei, einen attraktiven Fahrschein zu entwickeln. Der VHB müsse aber auch auf seine Kosten kommen, was durch den Solidarbeitrag aller Studierenden von jährlich insgesamt etwa 220 000 Euro gewährleistet sei.

Hartmut Igney, Geschäftsführer des Studentenwerks Seezeit, setzt seine Hoffnungen in die Vermieter außerhalb von Konstanz. Schließlich rechneten die beiden Hochschulen mit einer markanten Zunahme von Studierenden-Zahlen. Die Oberbürgermeister von Radolfzell und Singen seien bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit dem Angebot auf ihn zugekommen, Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen. Allein die Fahrtkosten stellten ein Hindernis dar. Ein VHB-Jahresabo zwischen Radolfzell und Konstanz beispielsweise kostet derzeit pro Monat 41,70 Euro. „An meinen früheren Wirkungsstätten habe ich bereits an der Einführung von Studi-Tickets mitgewirkt. Sie waren überall ein Erfolg“, äußert Hartmut Igney zuversichtlich.

Für die Initiatoren des Studi-Tickets beginnt nun eine Phase, in der viele Erfahrungen gesammelt werden. Mit dem neuen Angebot machen sie einen Sprung ins kalte Wasser. Gerade von den Erstsemestern aus dem Landkreis erhoffen sie sich, dass diese zunächst pendeln, bevor sie sich in Konstanz eine Bude suchen. Auch für die künftige Planung der in Stoßzeiten bereits jetzt oft mehr als gut ausgelasteten Seehas-Züge braucht man neue Erkenntnisse. Diese sollen vor allem über die Verkaufsstellen des Studi-Tickets gesammelt werden, wo die Käufer anonym Angaben zu ihrem Wohnort machen können. Fahrgastzählungen sind laut Ralf Bendl nicht geplant. Hartmut Igney verweist auf den entzerrten Stundenplan an den Hochschulen, der einem Ansturm von Studierenden auf Bus und Bahn entgegenwirken könnte. Auf Basis der Erfahrungen will man in einem Jahr nachverhandeln.

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