Konstanz – Es war wohl eine der unaufgeregtesten Protestaktionen im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks: Die Besetzung des Senatssaal der Uni Konstanz – Freitagnachmittag haben die Protestler den Raum verlassen. Bis zu 70 Studenten waren seit Mittwochmorgen in dem Tagungsraum und diskutierten dort ihre Forderungen. Sie informierten sich gegenseitig über Probleme im deutschen Bildungssystem und debattierten Wege, wie diese zu lösen seien. Rund 20 Studenten hielten den Raum in den beiden Nächten besetzt. „Wir geben den Raum nur vorläufig frei, damit der Uni-Senat in der nächsten Woche hier über unsere Forderungen reden kann“, sagt Patrick, einer der Organisatoren des Protests, offizielle Sprecher gibt es nicht. Ein weiterer Grund für die Räumung: Die Besetzer mobilisieren für die große Bildungsdemonstration am heutigen Samstag in Stuttgart und wollen dafür eine möglichst große Konstanzer Beteiligung organisieren.
„Die Rückmeldungen der Studenten zur Protestaktion war besser als gedacht“, berichtet Patrick. „Wir haben gesehen: Das Potential ist da!“ Weniger als zehn Studenten planten die Proteste, an der Besetzung des Raums selbst und den dortigen Debatten nahmen zwischen 30 und 70 Studenten teil, manchmal waren auch Schüler dabei. Die Studenten diskutieren eine Nadelstichtaktik, also immer wieder kurz Räume zu besetzen. Der Umgang der Uni-Leitung mit dem Protest war ausgesprochen entspannt. „Der Rektor hat mit uns abends ein Bier getrunken, da gab es keine Probleme“, sagt Patrick. „Aber es gibt durchaus Rektoren, die mit unseren Forderungen solidarischer sind.“
