Mit einem Erasmus-Studium in Paris fing alles an: Der Konstanzer Felix Weth lernte dort die Gruppe "Etudes sans Frontières" kennen, die sich für Studenten aus Krisengebieten einsetzt. Zurück in Konstanz, übernahm Weth den Namen und das Konzept des französischen Vorbilds und gründete die Hochschulgruppe "Studieren ohne Grenzen".
Seitdem ist einiges passiert: Erst kürzlich feierte die Gruppe, die mittlerweile als gemeinnütziger Verein registriert ist, ihr einjähriges Bestehen. Zu den knapp zehn Vereinsgründern sind bislang weitere 120 Mitglieder hinzugestoßen. Durch Infostände an der Uni hat der Verein starken Zulauf. "Wir werden gerade jeden Tag mehr", sagt Ulrike Krause, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die 21-Jährige studiert Volkswirtschaftslehre an der Uni Konstanz und ist seit April dieses Jahres im Verein aktiv: "Ich finde es schön, dass es ein junger Verein ist, in dem man selber etwas verändern kann. Studenten tun hier etwas für andere Studenten."
Und wie sieht die Arbeit des Vereins konkret aus? Momentan gebe es zwei Projekte, erklärt Krause. Einer Gruppe kongolesischer Studenten werde bei der Finanzierung ihres Studiums in der Provinzhauptstadt Kindu unter die Arme gegriffen. Das zweite Projekt richte sich an Studenten aus Tschetschenien, denen ein Studium in Konstanz ermöglicht werden soll. Der Verein hofft, im kommenden Sommersemester erstmalig zwei junge Tschetschenen nach Konstanz einladen zu können, so Krause. Der Plan sei, dass diese Leute nach Abschluss ihres Studiums in die Heimat zurückkehren und dort selbst ein Projekt starten, um die Bedingungen vor Ort zu verbessern. Für seine Arbeit ist der Verein auf Spenden angewiesen. Michael Schleicher ist in der Arbeitsgruppe "Fundraising" tätig, also für das Spendensammeln zuständig. Neben Spenden aus dem Freundes- und Bekanntenkreis versucht der Verein, mit verschiedenen Aktionen in Konstanz Geld zu sammeln, erklärt der 21-jährige VWL-Student. "Wir werden zum Beispiel eine Annonce im SÜDKURIER schalten, um Spielsachen und Kleidung zu sammeln, die wir im kommenden Jahr beim Flohmarkt auf der Laube verkaufen wollen", kündigt Schleicher an. Für die zehn kongolesischen Stipendiaten des Vereins, die bisher ausgewählt wurden, könnten auch Patenschaften übernommen werden.
Kai Breuing
