Diese Arbeit kann für die Medizintechnik von beträchtlichem Nutzen sein: Zwei Konstanzer Studenten an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), Matthias Hillert und Pascal Laube, haben eine Möglichkeit entwickelt, radiologisches Bildmaterial schnell und sicher auszuwerten. Die Technik steckt zwar zurzeit noch in den Kinderschuhen. Doch der Gewinn des Bodensee-Innovationspreises bestätigt das Potenzial dieser technologischen Erfindung für die Medizin. Hillert und Laube brachte die Auszeichnung immerhin ein Preisgeld von 3000 Schweizer Franken ein.
Begonnen hat alles vor rund einem Jahr, als sich die beiden Studenten der HTWG Konstanz auf die Suche nach einem Thema für ihre Bachelorarbeit machten. Dabei stellten sie fest, dass die Auswertung von radiologischen Aufnahmen immer noch manuell stattfindet: Ärzte vergleichen diese Aufnahmen mit Abbildungen in medizinischen Büchern, um einen möglichst genauen Befund festzustellen. Das ist aber sowohl zeitaufwendig als auch fehlerbehaftet.
Hillert und Laube haben nun mit Unterstützung des Informatikers Matthias Franz, des Medizinphysikers Christian Johner und des Radiologen Peter Köhler eine medizinische Datenbank entwickelt, die aktuelle Aufnahmen umgehend und automatisch mit einer Vielzahl von anderen Bildern vergleicht. „Diagnosen werden auf diese Weise viel schneller und sicherer gestellt“, erklärt Matthias Hillert. Strahlenärzte können mit dieser Technologie zukünftig wesentlich effektiver und zielgerichteter arbeiten. „Mit Büchern ist es einfach sehr aufwendig“, erläutert Peter Köhler, die computerunterstützte Diagnosetechnik dagegen sei eine enorme Entlastung für Ärzte und Patienten.
„Mit der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten können Patienten viel besser und effizienter therapiert werden.“ Fehldiagnosen seien zudem durch die Masse an vergleichbarem Bildmaterial auf ein Minimum reduziert.
Die zwei Konstanzer Studenten sitzen nun an ihrer Masterarbeit mit der Zielsetzung, die Datenbank zu erweitern und Radiologen weltweit einen umfassenden Austausch zu ermöglichen. Dafür müssen Matthias Hillert und Pascal Laube weiterhin radiologisches Bildmaterial sammeln und in die Datenbank einspeisen. Je mehr Bilder, desto genauer kann eine Krankheit bestimmt werden. „Wir haben viel Arbeit hineingesteckt, aber auch viel wieder herausbekommen“, so Pascal Laube.
Noch kann die Datenbank im Echtbetrieb nicht genutzt werden. Dazu braucht es finanzielle Unterstützung und Sponsoren. „Wenn es gut läuft, kommen auch die Sponsoren“, ist Hillert überzeugt. Auch Peter Köhler ist zuversichtlich, dass das Verfahren schon bald genehmigt wird. Denn für den medizinischen Apparat bedeute diese Datenbank eine nicht ganz unerhebliche Einsparung an Kosten.
