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Die "studentische Unternehmensberatung Praxiskontakte e.V." hat sich das Seenachtsfest vorgenommen. Die Studierenden mehrerer Fachrichtungen wollen mit ihrer Initiative die "Brücke zwischen Theorie und Praxis bereits während des Studiums überschreiten". Ein reiches Betätigungsfeld fanden sie im umstrittenen Seenachtsfest.

Die Studierenden haben die 485000 Euro teure Mammutfete für bis zu 80000 Besucher wissenschaftlich analysiert und in einem Papier Vorschläge für die Zukunft erarbeitet. Ihre Grundforderung: "Wir sagen nein" zur politischen Forderung etwa der Freien Grünen Liste, das durch Massenschlägereien und Randale in Verruf geratene Fest auszusetzen oder abzuschaffen. Das Seenachtsfest sei ein "überregionales Markenzeichen" und damit ein "Aushängeschild für den Konstanzer Tourismus". Zudem habe dieser "Touristenmagnet" große Wirkung für den hiesigen Einzelhandel und die Gastronomie. Das Fest leide jedoch durch die Zunahme von schweren Gewalttaten unter einem Imageverlust. Dabei gehe die Störung der eigentlich schönen Feststimmung nur von einem kleinen gewaltbereiten Personenkreis aus. Diese Gewalt sei ein allgemeingesellschaftliches Phänomen, keine Konstanzer Besonderheit. Die Idee der Aufgabe des Fests nennen die Studierenden deshalb in schönstem Hochschulchinesisch eine "degenerative Problemverschiebung". Ihre Vorschläge setzten dagegen auf Prävention: Zusammenarbeit zwischen der Polizei mit "schon bestehenden oder möglicherweise neu zu schaffenden, örtlichen Sozialarbeitseinrichtungen" sei gefordert. Damit die "entstehende Langeweile" unmittelbar nach Ende des Feuerwerks nicht in Gewalt münde, solle der Veranstalter das Festgelände "entzerren" und ein Nachtprogramm bieten. Der Vorschlag der Studenten: Kostenlose Shuttlebusse, die das Festvolk massenweise ins Industriegebiet "zu den dort angesiedelten Großraumdiskotheken" fahren. Da wird sich die Polizei freilich freuen, kämpft sie doch gerade dort seit Monaten ebenfalls mit erheblichen Gewaltausbrüchen.Die Studierenden des Seenachtfestprojekts machen sich auch stark für den Erhalt der Bedarfscampingplätze. Diese Plätze seien unter sozialen Gesichtspunkten wichtig, weil sie für Familien und junge Leute "meist die einzige finanzierbare Möglichkeit" seien, das Fest zu besuchen. Schließlich denken die jungen Forscher auch ans Futter: Mit dem Ticket solle für Einheimische ein Verzehrgutschein ausgegeben werden. Der bewirke, dass sich der Einheimische "als besonderer Gast fühlt und merkt, dass dieses Fest eben ein Fest für die Konstanzer und nicht nur für die überregionalen Festbesucher ist."

Tobias Engelsing

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