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Konstanz Streit um Heroséparkstudie

Ein Studentenprojekt sorgt für Streit zwischen Stadt und Universität Konstanz. Die Stadt fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Ihre Studie gerät in die Kritik: Die Studierenden Michael Hubrich, Anja Joos, Julia Adamek und die Soziologin Eva-Christina Edinger hatten nach Ursachen für Konflikte im Herosépark geforscht. Die Ergebnisse bezeichnet die Stadtverwaltung jetzt als „wenig nachvollziehbar“.
Ihre Studie gerät in die Kritik: Die Studierenden Michael Hubrich, Anja Joos, Julia Adamek und die Soziologin Eva-Christina Edinger hatten nach Ursachen für Konflikte im Herosépark geforscht. Die Ergebnisse bezeichnet die Stadtverwaltung jetzt als „wenig nachvollziehbar“. | Bild: Bild: Hanser

Konstanz – Ein Studentenprojekt sorgt für Streit zwischen Stadt und Universität Konstanz. In dem Projektseminar „Raum – Expedition: Konstanz“ hatten Studierende unter der Leitung der Soziologin Eva-Christina Edinger und der Kulturwissenschaftlerin Anna Lipphardt Fragen des öffentlichen Raums in Konstanz untersucht. Unter anderem hatten die Studenten in ihrem Abschlussbericht geschrieben, dass „bereits in der Gesamtplanung (der Stadt am Seerhein im Herosépark, d. Red.) Ansätze für die Konfliktspannung angelegt“ worden seien. Zudem hatten die Studierenden kritisiert, dass die Politik „mit ihren Aufenthaltsverboten, Sperrstunden und Glasverboten nur eine Problemverlagerung anstelle von nachhaltigen Lösungsansätzen“ erreiche.

In einer siebenseitigen Stellungnahme hat die Stadtverwaltung nun auf die Studie reagiert. Darin wird die dreiteilige Untersuchung der Universität unter anderem als „wenig nachvollziehbar“ und „widersprüchlich“ bezeichnet. So sei es unter anderem ein „krasser Gegensatz“, dass die Autoren auf der einen Seite Aufenthaltsverbote und Glasverbote als Problemverlagerung anstelle von nachhaltigen Lösungsansätzen, skandalisieren, aber genau das an einer anderen Stelle der Studie von der Stadt „als einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Befriedung“ fordern.

Zum Vorwurf, die Stadt agiere nur über Verbote listet die Stadtverwaltung die Zahl der verhängten Aufenthaltsverbote und beschlossenen Alkohol- und Glasverbote in den vergangenen Jahren auf. Demnach wurden von 2007 bis Mai 2011 insgesamt 15 Aufenthaltsverbote erlassen. 12 davon alleine im Jahr 2007. Zu den Alkohol- und Glasverboten erklärt die Stadtverwaltung, dass von den insgesamt 128 Sommerwochen (April – Oktober) von 2007 bis 2011 lediglich an 32 Wochen Einschränkungen durch ein solches Verbot an der Seestraße, dem Herosépark oder am Schänzle hingenommen werden musste. Das städtische Jugendamt kritisiert zudem, dass bestimmte Statistiken und zur Verfügung gestellte Informationen nicht für die Bewertung herangezogen wurden. „Wäre dies der Fall gewesen, hätten einige Fakten durchaus einen Beitrag zur Objektivierung der Wahrnehmung liefern können“, heißt es.

Kritik kommt zudem vom Stadtplanungsamt. Anders als in der Studie nahegelegt, sei das Gesamtkonzept zur Entwicklung des Heroségeländes durch einen städtebaulichen Ideenwettbewerb öffentlich breit diskutiert worden. Es habe nicht zu wenig Information über die Lage gegeben. Darüber hinaus hätte jeder Käufer oder Mieter einer Wohnung bei einem Blick in den Bebauungsplan des Gebiets erfahren können, dass die zentrale Lage des Areals zu Konflikten führen könnte. Insgesamt hätten sich die städtischen Ämter zudem mehr Mitsprache vor der Veröffentlichung der Studie gewünscht.

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