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22.05.2012  |  von  |  0 Kommentare

Konstanz Stoiber-Tochter will Doktortitel zurück

Konstanz -  Wiedersehen mit der alten Uni: Veronica Saß kämpft am Mittwoch vor Gericht um ihren Doktorgrad.

Symbolbild  Bild: dpa

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Redakteur Konstanz / Regionalleiter

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So hatten sie sich das Wiedersehen wohl kaum vorgestellt. Die Universität Konstanz und eine von ihr mit dem Doktortitel ausgezeichnete Juristin treffen sich am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht Freiburg. Ob Veronica Saß, Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), persönlich erscheint, ist noch offen. Doch auf jeden Fall führt sie einen Kampf um ihre Ehre. Denn sie findet: Die Aberkennung des Doktorgrades, die der Promotionsausschuss des Fachbereichs Rechtswissenschaft am 10. Mai 2011 beschlossen hatte, ist nicht rechtmäßig. Die Universität, die in der Verhandlung von ihrem Justiziar vertreten wird, sieht das anders. „Nach umfassender Prüfung der Dissertation“, teilte die Hochschule vor einem Jahr mit, „kam der Ausschuss zum Ergebnis, dass erhebliche Teile der Arbeit Plagiate darstellen.“

Öffentlich geworden waren die Vorwürfe im Februar 2011. Die Internetseite vroniplag, eigens eingerichtet zur Überprüfung der Dissertation, stellte fest, dass erhebliche Teile der wissenschaftlichen Arbeit ohne die geforderte Kennzeichnung übernommen wurden. Etliche Abschnitte umfassen der Internetseite zufolge mehrere Seiten in Folge. Neben anderen hatte die Hamburger Juristin Tanja Eisenblätter scharfe Kritik geübt. Saß habe bei ihr „ganze Kapitel abgeschrieben“, so Eisenblätter. Auch aus anderen Quellen übernahm Saß Texte, wie der Ausschuss feststellte.

Nun muss das Verwaltungsgericht entscheiden, ob die Aberkennung gerechtfertigt war und unter formal korrekten Bedingungen ablaufen ist. Veronica Saß selbst wollte zu den Vorwürfen bisher nicht Stellung beziehen und ließ zahlreiche Versuche der Kontaktaufnahme unbeantwortet. Auch ihr Vater hat sich zum Thema bisher nicht geäußert. Im Fall seines Parteifreundes Karl-Theodor zu Guttenberg war er einer der ersten gewesen, die ihm nach den Plagiatsvorwürfen zur Seite sprangen. Dass zu Guttenberg den Doktortitel und sein Amt als Bundesverteidigungsministers verlor, konnte Stoiber aber nicht verhindern.
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