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Konstanz Startschuss für das neue Fahrradleihsystem in Konstanz

Konstanz eröffnet das Leihsystem für Transporträder eröffnet. An zwölf Stationen stehen 24 Räder zur Miete bereit. Die Stadtwerke planen ein zusätzliches Leihsystem für normale Fahrräder.

Radklingeln übertönen für Sekunden den Lärm der Automotoren: Rund 100 Radfreunde feiern auf der Mittelinsel der Laube den Start des neuen Leihsystems für Transporträder, ein vom Bund gefördertes Modellprojekt. Es läuft unter dem Namen TINK, ausgesprochen: Transportradinitiative nachhaltiger Kommunen. Diese soll bald eine kleine Schwester bekommen. Norbert Reuter, Geschäftsführer der Stadtwerke, kündigt den Aufbau eines zweiten Leihsystems zum Frühjahr in der Stadt an – das für 150 ganz normale Räder, verteilt auf 15 Stationen. Beide Systeme wollten verzahnt arbeiten. Wer beim einen registriert sei, könne auch das andere nutzen.

24 Leihräder mit griffigen Namen wie Picknick-Packesel, Lieblings-Laster oder Sprudel-Sprinter versprechen schon jetzt Radelspaß beim Transportieren. Sie sind vorerst an zwölf Stationen in der Altstadt, im Paradies und in Petershausen zu finden. Ein Ausbau des Lastenradsystems auf andere Stadtteile sei geplant, sagt der Initiator Marco Walter. In Zusammenarbeit mit Sponsoren sollten neue Stationen entstehen, so wie ab Mitte September am Einkaufszentrum Lago. Walter leitet das Pilotprojekt, an dem neben Konstanz die Stadt Norderstedt (Schleswig-Holstein) beteiligt ist. Das Bundesministerium für Verkehr fördert die Testläufe in den beiden Kommunen mit 357 000 Euro. Sie werden wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, herauszufinden, ob das Angebot Veränderungen bei der Wahl der Verkehrsmittel nach sich zieht. Günstige Preise wollen zur Nutzung ermuntern: In der ersten Stunde ist die Miete des Transportrads frei, danach wird ein Euro pro halbe Stunde fällig. Die Maximalgebühr pro 24 Stunden liegt bei neun Euro.

Er glaube, das sei "ein Riesensprung" für Konstanz, sagte Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn mit Blick auf das neue Leihsystem. OB Uli Burchardt hofft mit dem Pioniersystem auf einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität. Die Räder bieten die Möglichkeit, Einkäufe und Gegenstände zu transportieren. Auch können Kinder quasi wie in einem Beiwagen mitfahren. Mit Blick auf die neue Alternative sagte der OB: "Ich bin sicher, der eine oder andere Paradiesler verkauft sein Auto."

Gottfried Eckmann ist schon so weit. Der 77-Jährige aus dem Paradies sagt, er habe freiwillig seinen Führerschein abgegeben. Er wolle nicht warten, bis er richtig alt und unsicher am Steuer werde. Er freue sich auf die Transporträder. "Das ist ein toller Zeitpunkt." Er wolle sie etwa benutzen, um Sprudelkisten nach Hause zu bringen.

Die Räder mit dem hölzernen Laderaum gibt es in zwei Varianten: 16 der Transporter fahren auf zwei Rädern, sie sind für Lasten bis 80 Kilogramm Gewicht ausgelegt. Der Vorteil des Zweirad-Typs. Er eignet sich auch für flottere Fahrten. Acht Transporter fahren auf drei Rädern und eignen sich für Lasten bis 100 Kilogramm. Sie sind nicht ganz so wendig.

Zu den ersten Testfahrern gehörte Stadtkämmerer Hartmut Rohloff, mit mehr als 60 Kilo in der Transportschale. Das Rad mit den acht Gängen sei selbsterklärend, sagt er auf Nachfragen. Beim Anfahren habe er ein kippeliges Gefühl gehabt. "Man muss das Handling ein bisschen üben." Das rät auch das Leihsystem. Am besten sei es, bei einer Leerfahrt ein Gefühl für die Räder zu bekommen. Sie haben ein anderes Kippverhalten als normale Fahrräder. Bei den ersten Probefahrten zeigten sich kleinere Kinderkrankheiten. Eine Reihe von Testpersonen ist gerade dabei, die Lastenräder auszuprobieren und auf mögliche Verbesserungen hinzuweisen.

Das sind die Standorte für die Transporträder

  • Bürgerbüro, untere Laube
  • Stephansplatz
  • Bahnhofsplatz
  • Döbelestraße (neben Bushaltestelle)
  • Europahaus, Rheingutstraße
  • Fristo-Getränkemarkt, Feldstraße
  • Schulthaißstraße
  • Gartenstraße/Brauneggerstraße
  • Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz
  • Markgrafenstraße/Allemannenstraße
  • St.-Gebhard-Straße/Von-Emmich-Straße
  • Bahnhof Petershausen

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