Mein

Konstanz Stadträtin Biskup wechselt ins Büro des Oberbürgermeisters – Till Seiler rückt nach

Die Stadträtin Charlotte ­Biskup gibt ihr Mandat auf und wechselt in die Verwaltung. Der frühere Bundestagsabgeordnete Till Seiler rückt für die Freie Grüne Liste auf ihren Platz im Gemeinderat. Das ist der vierte Personal-Wechsel innerhalb des Gemeinderats in dieser Legislaturperiode.

Sprung von der Politik in die Verwaltung: Charlotte Biskup, die zwölf Jahre lang für die Freie Grüne Liste (FGL) im Gemeinderat saß und zehn Jahre lang die rechte Hand des früheren grünen Landtagsabgeordneten Siegfried Lehmann war, arbeitet künftig eng mit dem Christdemokraten Oberbürgermeister Uli Burchardt zusammen. Die bisherige Kommunalpolitikerin wechselt auf eine neu im OB-Büro angesiedelte Controllingstelle. Sie will dort dafür sorgen, dass die strategischen Ziele der Stadt Konstanz auch die Tochtergesellschaften erreichen. Mit ihr scheidet in dieser Legislaturperiode das vierte gewählte Mitglied aus dem Gemeinderat aus. Nachrücker ist ein alter Bekannter: Till Seiler, der kurzzeitig Bundestagsabgeordneter war, und für die FGL schon einmal im Gemeinderat saß.

Charlotte Biskup betont, trotz des Wechsels bleibe sie Mitglied der FGL: „Ich bin grün sozialisiert und ich bleibe grün.“ Ihre Abkehr von der Kommunalpolitik habe nichts mit den Enttäuschungen durch die Kreisgrünen zu tun, die den damals amtierenden Abgeordneten Lehmann nicht wieder als Kandidaten für die jüngste Landtagswahl aufgestellt hatten. „Ich gehe nicht mit Groll, auch wenn wir in der FGL schwere Zeiten hatten.“ Sie habe aber nach Ersatz für ihre Stelle im Büro von Lehmann suchen müssen, und nicht alles der Kommunalpolitik unterordnen können. „Ich hänge an meinem Mandat. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es vorzeitig aufhöre.“ Doch dann bewarb sich die Akademikerin (Politik, Volkswirtschaft und Soziologie) sowie Mutter dreier Kinder erfolgreich auf die Controllingstelle im OB-Büro. Sie umfasst 75 Prozent der üblichen Arbeitszeiten und erfordert die Aufgabe des kommunalpolitischen Mandats.

Auch wenn sie politisch nicht immer dieselbe Meinung vertrete wie der OB sieht die 34-jährige Charlotte Biskup dennoch viele Anknüpfungspunkte, um gemeinsam fürs Wohl der Stadt zu arbeiten. Sie erlebe den OB als offen für Neues und nicht fixiert auf Parteipolitik. In der Kommunalpolitik werde sowieso vorwiegend nach pragmatischen Lösungen über alle Parteigrenzen hinweg gesucht. Auch sie selbst habe sich als Stadträtin immer bemüht, den Konsens und mehrheitlich tragbare Lösungen zu finden. Das OB-Büro kenne sie schon von einem Praktikum über drei Monate, allerdings noch unter anderer Leitung. 2003 unter dem grünen OB Horst Frank habe sie in dessen Büro erste Erfahrungen mit der Kommunalpolitik gesammelt. Nun sei sie gespannt darauf OB Burchardt als Chef kennenzulernen.

Rückblickend auf ihre Zeit im Gemeinderat sagt sie: Die Diskussionskultur in der Freien Grünen Liste, so anstrengend sie sei, habe sie als positiv erlebt. Meistens habe sie sich in der Fraktion gut aufgehoben gefühlt, trotz der zeitweise zerstrittenen Lager. Zu den von ihr mit Herzen getragenen Entscheidungen im Rat zählt sie den Aufbau eines Vormerksystems für Kita-Plätze und den Bau der Gemeinschaftsschule. Gern weiter begleitet hätte sie die Themen Schulentwicklung sowie Prioritätenliste für künftige Investitionen. Neben Bildung und Soziales gehörte die Haushaltpolitik zu den Schwerpunktthemen von Biskup. Mit Blick auf die mit Till Seiler bald etwas linker aufgestellte Fraktion der Freien Grünen Liste sagt sie, sie hoffe, dass diese nicht in die Rolle der Opposition falle, sondern weiter die Chancen der stärksten Fraktion ausspiele.

Die Personalwechsel im Gemeinderat in der aktuellen Wahlperiode

  • Ausgeschieden: Schon vier Stadträte haben seit der Wahl das Mandat aufgegeben. Aus beruflichen Gründen: Hanna Binder (SPD), Charlotte Dreßen, Charlotte Biskup (beide Grüne). Aus gesundheitlichen Gründen: Sonja Hotz (SPD).
  • Nachgerückt: Roland Wallisch (Grüne), Till Seiler (Grüne), Alfred Reichle (SPD) und Jan Welsch (SPD).
  • Abgesagt: Nachrücker für Sonja Hotz wäre der Wissenschaftler (Politik und Verwaltung) Wolgang Seibel gewesen. Er sagte aus beruflichen Gründen ab.
  • Übergetreten: Kurz nach der Wahl trat Klaus-Peter Kossmehl von der CDU zu den Freien Wählern über, die CDU-Fraktion verlor einen Sitz, später wechselte Gabriele Weiner von den Freien Wählern zum Jungen Forum. (rin)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Besonderes vom Bodensee
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (2)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017