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Konstanz Stadt und Uni streiten um eine Studie

In der Debatte um die Ergebnisse einer Unistudie zum Herosépark legt die Hochschule jetzt nach: Die Stadt sollte sich für Kritik öffnen statt sich zu verschließen

Umstritten: Ein studentisches Forschungsprojekt zum Herosépark sorgt für Streit zwischen Stadt und Uni.
Umstritten: Ein studentisches Forschungsprojekt zum Herosépark sorgt für Streit zwischen Stadt und Uni. | Bild: Archiv: Hanser

Konstanz – Jede Aktion erzeugt eine Reaktion. Das wusste schon der große britische Wissenschaftler Isaac Newton als er im 18. Jahrhundert diesen Lehrsatz aufstellte. Besonders schön zeigt sich diese Gesetzmäßigkeit in der Praxis gerade anhand eines Streites zwischen Universität und Stadt Konstanz um eine Studie. Studierende hatten im vergangenen Sommersemester die Stadt zum Forschungsobjekt erklärt und sich mit Fragen der Raumforschung beschäftigt. Unter anderem ging es in ihrem Projekt um den Dauerkonflikt zwischen Anwohnern und Parknutzern des Heroségeländes. Ein Ergebnis der Untersuchung war, dass die Jugendpolitik der Stadt zu kurzfristig gedacht sei.

Auf diese erste Aktion der Hochschule erfolgte eine Reaktion der Stadt: In einer siebenseitigen Stellungnahme zum Projekt erläutern Sozial- und Jugendamt und das Amt für Stadtplanung und Umwelt, ihre Sicht der Dinge und warum sie die Ergebnisse für „nur bedingt nachvollziehbar halten“. Sie kritisierten zudem, dass die städtischen Ämter zu wenig Mitsprachemöglichkeit bei der Untersuchung gehabt hätten.

Nun legen die beiden leitenden Wissenschaftlerinnen der Studie, die Kulturwissenschaftlerin Anna Lipphardt und die Soziologin Eva-Christina Edinger ihrerseits mit einer Stellungnahme zur Stellungnahme nach. So sei es von Anfang an klar gewesen, dass dieses studentische Projekt das gesamte Thema nicht umfassend werde bearbeiten können. „Die jetzt vorgestellten Ergebnisse sind eine Basis auf der weitere Forschung stattfinden könnte“, sagt Anna Lipphardt. Alle beteiligten Studenten hätten sich über die Maßen für das Projekt engagiert und die zu Tage geförderten Ergebnisse hätten ihre Erwartungen bei weiten übertroffen, so Edinger und Lipphardt.

Es sei wichtig, die drei Projekte als Einzelprojekte zu sehen. Dann ergäben sich auch keine Widersprüche, wie es in einer Kritik seitens der Stadt geäußert wurde. „Es war auch nie unser vorgegebenes Ziel zum Thema Jugend in Konstanz zu forschen. Es ging um die Räume und dabei rückte das Thema Jugend immer wieder in den Fokus“, sagt Eva-Christina Edinger.

Zu der angeblich zu geringen Beteiligung der Stadt sagt Anna Lipphardt: „Das war ja keine Auftragsarbeit, sondern ein unabhängiges Wissenschaftsprojekt.“ Insgesamt zeigten sowohl die Ergebnisse der Studie als auch die Reaktion der städtischen Ämter auf die Untersuchung, dass immer noch der Kommunikations- und Politikstil eines von oben nach unten Durchregierens vorherrsche. „Gerade bei den Anwohnern des Heroségeländes konnten wir bei der Durchführung der Studie einen großen Redebedarf feststellen. Offenbar sind die Kommunikationsstrukturen zum Bürger hin in Konstanz noch nicht so ausgeprägt, wie es sich die Menschen wünschen“, erklärt Anna Lipphardt.

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