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Konstanz Stadt soll Park-Chaos lichten

Konstanzer Radfahrer sollen mehr Platzplätze bekommen, dafür aber auf das wilde Abstellen ihrer Räder verzichten. Mit diesem Vorschlag eröffnen die Freien Wähler eine neue Runde im Dauerthema. Unklar ist vor einer Debatte im Technischen und Umweltausschuss, ob die Verwaltung Auto-Stellplätze opfern und auf die Einnahmen aus den Parkgebühren zu verzichten will.

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Konstanz - Die Stadt Freiburg greift bereits mit aller Härte durch, und auch in Konstanz müssen sich die Radler möglicherweise auf schwierigere Zeiten gefasst machen. Wer in Freiburg sein Rad mitten in der Fußgängerzone abstellt, riskiert hohe Kosten und Ärger. Die Stadt lässt dort Fahrräder entfernen und in das nicht ausgelastete Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof bringen. Anketten hilft nichts: Die Aufräum-Trupps sind mit Flex und Bolzenschneider ausgerüstet und knacken jedes Schloss. Die Halter müssen zwischen 35 und 46 Euro fürs Abschleppen bezahlen und überdies ein neues Schloss kaufen.

Dass Konstanz einen ähnlichen Weg beschreiten soll, will auch Walter Pilz, Stadtrat bei den Freien Wählern, nicht unbedingt. Doch die vielen und oft kreuz und quer in der Stadt aufgestellten Räder seien ein großes Problem. Im Technischen und Umweltausschuss am Donnerstag (ab 16 Uhr, Untere Laube 24) kommt das Thema zur Sprache: Die Freien Wähler verlangen von der Verwaltung ein Konzept, wie das Chaos beseitigt werden kann. Besonders problematisch findet die FWV die Zustände auf der Marktstätte, vor dem Kulturzentrum auf dem Münsterplatz, an der Brotlaube und auf dem Stephansplatz. Pilz klagt: "Wer heute durch die Altstadt läuft, erlebt das Fahrradparkchaos auf Schritt und Tritt."

Die Verwaltung räumt ein, dass die bestehenden Abstellanlagen oft überlastet sind. Man habe sie bewusst am Eingang zur Fußgängerzone eingerichtet, damit die Räder nicht mitgenommen werden. Zugleich weist Christoph Menzel vom Amt für Umwelt und Stadtplanung aber darauf hin, dass der Anteil des Radverkehrs auch aus umweltpolitischen Gründen in Konstanz weiter gesteigert werden soll. Ob mehr Stellplätze aber das von der FWV beklagte Park-Chaos beseitigen, sei zweifelhaft. Denn nicht nur in Freiburg gibt es trotz eines großen Fahrradparkhauses Probleme, sondern laut Menzel auch in der Radler-Metropole Kopenhagen oder im niederländischen Groningen.

Auch das Bürgeramt hat sich mit dem Thema bereits beschäftigt. In den vergangenen Tagen wurden an Fahrrad-Wracks in der Innenstadt Aufkleber angebracht, die den Besitzer zum Wegräumen des Rads auffordern. Falls nichts geschieht, landet das Rad auf dem Fundamt. Da eine spätere Versteigerung allerdings die Kosten nur selten deckt, zahlt die Stadtkasse bei der Aufräum-Aktion drauf.

Dass das bisweilen geforderte Parkhaus die beste Lösung ist, glaubt auch Stadtrat Pilz nicht. Darum schlägt er vor, einige Auto-Parkplätze künftig Radlern vorzubehalten. Für den Stephansplatz habe man bereits vor Jahren einen entsprechenden Vorschlag gemacht, der aber nicht umgesetzt wurde. Auch in der Zollernstraße oder an der Hofhalde könne man ohne großen Aufwand Platz schaffen. Die Stadt müsste für diese Flächen aber auf die Einnahmen aus den Auto-Parkgebühren verzichten. Dies sei auch der Grund, warum sich die Verwaltung so schwer tue mit dem Thema, so Pilz.

Das Amt für Stadtplanung schlägt ebenfalls neue Fahrrad-Stellplätze vor. Sie liegen unter anderem am Fischmarkt und an der Bodanstraße. Am Bahnhof und an der Markstätte, wo der Andrang besonders groß ist, sei kein Platz für weitere Abstellanlagen.

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Fahrrad-Stadt Konstanz: An den Abstellplätzen (ganz oben: Stephansplatz, oben: Münsterplatz, links: Bahnhof, rechts: Marktstätte) herrscht selbst im Herbst oft drangvolle Enge. Die FWV fordert Maßnahmen. Bilder: hanser

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