Konstanz (phz) Auch der zweite Termin vor dem Arbeitsgericht Radolfzell hat keine Einigung über Bonuszahlungen am Klinikum erbracht. Im Raum steht die Summe von 260 000 Euro als Freizeitausgleich, ein umstrittener Vertrag und die Frage, wer zu welchen Preisen Gas geliefert hat. Und erneut geht es um die Spitalstiftung. Erst vor wenigen Tagen hatte sie nach der Kündigung einer Mitarbeiterin wegen sechs mitgenommenen Maultaschen bundesweit eine schlechte Presse erhalten. Jetzt geht es um viel Geld, das eine Führungskraft für sich beansprucht.
Das Thema ist komplex und hat auch der Radolfzeller Arbeitsrichterin Sabine Adam einiges abverlangt. Sie versuchte nach über dreistündiger Verhandlung noch zwischen den Parteien zu vermitteln, scheiterte damit jedoch. Der Kläger, Axel Hauser, und sein Anwalt lehnten Vorschläge ab, und auch die Gegenseite wollte sich nicht auf ihre Forderungen einlassen.
Der Reihe nach: 2007 schlossen der damalige Klinik-Geschäftsführer Martin Stuke und Hauser als Leiter der Wirtschaftsabteilung einen Vertrag – wie es auch mit anderen Abteilungen üblich ist. 20 Prozent erhält diese, wenn sie dem Klinikum, dessen Trägerin die Spitalstiftung ist, Einsparungen bringt. Das ist im Fall Hauser geschehen. Neue Konditionen bei der Gaslieferung sparen dem Unternehmen seit 2008 wohl reichlich Geld. Axel Hauser erinnerte sich an das Bonusabkommen und forderte die Gratifikation von Stuke ein – anstatt Geld wollte er Freizeitausgleich. Das hätte zur Folge gehabt, dass Hauser als Verwaltungsleiter schon im Februar 2009 hätte in Ruhestand gehen können – vier Jahre eher als über eine Vorruhestandsregelung geplant. Seine zweite Tätigkeit für eine Einkaufsgemeinschaft mehrerer Kliniken ist davon nicht berührt.

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