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Konstanz Spitalkellerei Konstanz will wachsen – vielleicht sogar mit Bio-Wein

17.10.2012
Konstanz -  Größere Flächen und vielleicht auch die Umstellung auf Bio: Die Pächter der Konstanzer Spitalkellerei haben große Pläne für die Zukunft.

Sie wollen zehn Jahre nach der Übernahme „ihre“ Spitalkellerei weiter führen: Die Pächter Hubert Böttcher (links) und Stephan Düringer warben auch vor dem Rat um Vertrauen und Vertragsverlängerung.  Bild: Rau

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Autor
Jörg-Peter Rau


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Die Spitalkellerei, einer der ältesten Weinbaubetriebe am Bodensee und der einzige auf Konstanzer Gemarkung, will ihre Anbauflächen mittelfristig vergrößern. Dieses überraschende Ziel gaben die Pächter Stephan Düringer und Hubert Böttcher jetzt bekannt. Wenn ab 2016 die Beschränkungen der EU bei Sorten und Flächen fielen, könne sich die Spitalkellerei ein maßvolles Wachstum vorstellen, sagte Düringer. Unter anderem sei man mit dem Kloster Zoffingen über die Nutzung von geeigneten Grundstücken im Gespräch.

Das Vertrauen in die Konstanzer Spitalweine sei in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen, sagte Stephan Düringer. Nach einer im Vergleich zum Super-Jahr 2011 um rund 40 Prozent geringeren Ernte in diesem Jahr könne es bereits im Frühjahr 2013 zu Liefer-Engpässen kommen, so seine Einschätzung. Hintergrund ist offenbar auch, dass die Gastronomie wieder verstärkt spitälischen Wein anbietet. Qualitativ sei man mit dem Jahrgang 2012 sehr zufrieden, erklärte Düringer wenige Tage vor Ende der Lese vor Konstanzer Stadträten weiter.

Für die Zukunft setzt das Pächter-Duo, das in diesen Tagen die Weiterführung des seit zehn Jahren laufenden Pachtverhältnisses verhandelt, auch auf Bio-Weine. „Der Markt ist da“, sagte Böttcher den Stadträten, erntete aber nur gebremsten Beifall. Zunächst könne man auf einer kleinen Fläche einen Versuch machen, zumal allein die Umstellung schon drei Jahre benötige. Was eine komplette Ausrichtung auf Bio für Ertrag und Rentabilität des Betriebs bedeuten würde, ließ er offen. Die Pächter sagten, der frühere Oberbürgermeister Horst Frank habe sie ermutigt, über den Systemwechsel nachzudenken.

In den vergangenen zehn Jahren habe das Weingut kontinuierlich wachsen können, sagte Stephan Düringer. Nach einem Traum-Einstand mit Rekordsommer und extremen Mostgewichten im Jahr 2003 habe es nur 2009 einen schweren Rückschlag gegeben – damals vernichtete ein Hagel-Unwetter große Teile der Ernte. Das Ziel sei aber, die Spitalkellerei als Weinlieferanten für alle Bürger zu erhalten und „nicht abgehoben“ am Markt zu arbeiten. Diese Absicht verfolge man auch mit der Besenwirtschaft, die in diesem Jahr noch bis 21. Oktober geöffnet ist.

Investieren wollen Böttcher und Düringer unter anderem in die Neugestaltung des Verkaufsraums an der Ecke Konzilstraße/Brückengasse. Dafür und für andere Vorhaben wollen die Pächter insgesamt mehrere hunderttausend Euro aufbringen, für die es allerdings eine langfristige Investitionssicherheit brauche. Eine Entscheidung, ob die beiden Pächter, die mit der Spitalkellerei auch ihre Familien ernähren, weitermachen können, soll noch in diesem Jahr fallen. Böttcher und Düringer zeigten sich kurz vor Abschluss der Verhandlungen zuversichtlich und versprachen, ihre engagierte Arbeit im Fall einer Verlängerung weiterzuführen.

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Immerhin schafft die mediale Stadtpolitik es nicht mehr, lesende Bürger vor den Kopf zu stossen, ... mehr ...
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