Was uns wohl hinter dem Stadttor mit dem großen Ziffernblatt erwartet? Hier, an der Westseite von Stein am Rhein, scheint es die einzige Öffnung in der mittelalterlich wirkenden Häuserreihe zu sein. Untertor heißt es und hat mehrere Geschosse in Fachwerkbauweise und zwei Bögen. Durch den kleineren über dem Gehweg flitzt das Kind neugierig voran. Und schon befinden wir uns mitten in der historischen Altstadt mit ihren bunten Häusern aus verschiedenen Epochen. Links am Straßenrand plätschert ein Brunnen. Wer hier wohl früher mit einem Krug Wasser geholt hat?
Tipps fürs Bummeln durch Stein am Rhein
Ort: Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen in der Schweiz. Anfahrt auf der Schweizer Seeseite über die Route 13 bis nach Stein am Rhein, 28,4 Kilometer, 30 Minuten. Der kostenpflichtige Parkplatz (Euro werden akzeptiert) ist ausgeschildert. Stein am Rhein ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Vom Bahnhof Stein am Rhein aus gibt es einen Bus zum Untertor.
Route: Durchs Untertor geht es in die historische Altstadt und die Unterstadt entlang bis zum Rathausplatz. Wer möchte, kann auch die Gassen rundherum erkunden, etwa die Brodlaubegass bis zum Obertor gehen. Danach vom Rathausplatz rechts durch die Rhigass zum Kloster Sankt Georgen am Rhein und durch die Bärengass weiter die Schiffländli entlang bis zum Spielplatz. Wer noch mehr frische Luft möchte, kann den Uferweg weiterverfolgen.
Kosten/Einkehr: In der Fußgängerzone und am Schiffländli, der Uferpromenade, befinden sich viele Cafés und Restaurants. Am Rheinufer gibt es Bänke zum Rasten. Es gibt auch Einkehrmöglichkeit im Restaurant Burg Hohenklingen, 30 bis 45 Minuten Fußweg von der Altstadt entfernt.
Museen: Das Klostermuseum Sankt Georgen und das Mumseum Lindwurm (Museum für bürgerliche Wohnkultur im 19. Jahrhundert) sind Winter geschlossen. Das Krippenmuseum Krippenwelt (Oberstadt 5) ist täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Dezember auch Montag ab 12 Uhr. Von Januar bis März geschlossen. Eintritt für Erwachsene 10 Schweizer Franken, für Kinder 7, unter 6 Jahren gratis.
Die Häuser der im Wortsinn malerischen Altstadt sind mit Erkern, Figuren und Schildern verziert, einige haben bemalte Fachwerkbalken. Einen Adler, einen Hirsch und vor allem ein paar Drachen entdecken wir, denn der Drachentöter Sankt Georg ist Schutzpatron der Stadt. Informationsschilder erzählen Interessantes über die Geschichte einiger Häuser: Eines wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt, ein anderes ist ein typisches Handwerkerhaus.
Heute befinden sich Cafés, Restaurants, aber auch Andenkengeschäfte und Kunsthandwerksläden darin. Wer möchte, kann hier einen ganzen Nachmittag stöbern oder Café trinken.
Glückscent in den Brunnen werfen
Beeindruckend ist der Rathausplatz mit seinem großen Brunnen, in den schon einige einen Glückscent geworfen haben. Wir tun es ihnen nach und bewundern dann die bemalten Bürgerhäuser um den Platz mit ihren lebendigen Szenen mit Menschen, Tieren und Landschaften.
Blickfang der Stadt ist das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, das ebenfalls rundherum bemalt ist. Früher war es ein Kaufhaus. Ein paar Schritte entfernt liegt das Kloster Sankt Georgen am Ufer des Rheins, der bei Stein seinen Ausfluss aus dem Bodensee nimmt und zum Hochrhein wird. Im Winter hat das Museum geschlossen und man kann nur von außen erahnen, wie die Benediktinermönche hier wohl vom elften Jahrhundert bis zur Reformation lebten. Vielleicht schauten sie manchmal aus einem der Fenster schräg über uns?
Uferpromenade lädt zum Schlendern ein
Auf den Bänken nah des alten Gebäudes kann man es sich mit Blick auf die Werdinseln und die herbstlichen Ufer mit einem Picknick bequem machen. Wer möchte, kann auch in einem der Restaurants an der Schiffländli rasten. Diese Uferpromenade selbst lädt auch im Herbst zum Schlendern entlang des stetig fließenden Rheins ein. An ihrem Ende befindet sich ein Spielplatz mit Riesenschaukel und abenteuerlichen Klettergerüsten, hoch darüber ist die Burg Hohenklingen zu sehen. Kinder können hier herrlich toben, bevor es wieder auf den Heimweg geht.
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