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Konstanz Sorge ums Trinkwasser

Fragen und Antworten rund um das Thema.

1. Warum wird im Bodenseeraum nach Erdöl und Erdgas gesucht?

In den Gesteinsformationen des Molassebeckens zwischen Donau und Bodensee werden Vorkommen vermutet. Bis Anfang der 1990er Jahre fanden bereits umfangreiche Erkundungen statt. Mit zunehmender Rohstoffknappheit und bei steigenden Energiepreisen kann es nun interessant werden, auch kleinere Kohlenwasserstofflagerstätten (Erdöl, Erdgas) zu erschließen. Zugleich haben sich die technischen Möglichkeiten verbessert in die Erde hineinzuschauen.

2. Wer vergibt die Erlaubnis für die Erkundung von Bodenschätzen?

Nach dem Gesetz ist der Staat zur Rohstoffsicherung und Rohstoffversorgung verpflichtet. In Baden-Württemberg vergibt das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau die Konzessionen. Zuletzt wurden 2009 drei Konzessionen an Unternehmen vergeben, die das Gebiet zwischen Bodensee und bayerischer Landesgrenze abdecken. Nach dem Gesetz ist der Staat zur Rohstoffsicherung und Rohstoffversorgung verpflichtet.

3. Wer erkundet das sogenannte Konstanzer Feld?

Die Konzession hat 2009 das britische Unternehmen 3Legs Recources erworben und an ihre Tochtergesellschaft Parkyn Energy Germany Ltd in Dublin weiter gegeben. Für diese Firma treibt ein Freiburger Ingenieurbüro die Arbeit voran. Ziel ist es, Erdgas zu finden. Das Konstanzer Erkundungsfeld ist rund 1500 Quadratkilometer groß. Die Lizenz läuft im April 2012 aus.

4. Warum sind Bürger, Interessenvertreter der Wasserwirtschaft und Politiker besorgt?

Das hat mit dem Förderverfahren für Erdgas zu tun. Im Molassebecken zwischen Donau und Bodensee geht man von unkonventionellen Lagerstätten aus. Dieses Erdgas ist nur mit aufwändiger Technologie zu erschließen. Beim sogenannten Hydraulic Fracturing wird ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien unter Druck in den Boden gepresst, um das Gestein aufzubrechen. Bei solcher Gaserschließung soll es in den USA zur Umweltverschmutzung gekommen sein. Die Chemikalien wurden Medienberichten zufolge im Trinkwasser nachgewiesen. Das alarmiert Menschen am Bodensee.

Was sagen die Behörden? Das Regierungspräsidium beruhigt. Die Firma sei noch bei der Datenrecherche. Eine Bohrung müsse vorab genehmigt werden und dabei werde auch die Umweltverträglichkeit geprüft. Ob die Konzessionsinhaber die Fracturing-Methode anwenden wollen, ist offen. Eine SÜDKURIER-Anfrage blieb unbeantwortet. (fdo)

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