Mein
16.10.2012  |  von Jörg-Peter Rau  |  0 Kommentare

Konstanz So haben Sie die Freien Wähler noch nie gesehen

Konstanz -  Sensationeller Auftritt bei der Haltnau-Sitzung des Konstanzer Gemeinderats: Die Wendelgard-Geschichte wird zur Travestieshow

Nicht nur im Ratssaal sind sie eine starke Truppe. Die Stadträte der Freien Wähler ernteten nach ihrem humoristischen Wendelgard-Theaterstück im Rahmen der Haltnausitzung viel Beifall. Gespielt haben Jürgen Faden, Regine Rebmann, Anselm Venedey, Jürgen Weisschedel, Alexander Stiegeler und Gabriele Weiner (von links).  Bild: Rau

Haltnausitzung des Konstanzer Gemeinderats 2012: Alexander Stiegeler, Stadtrat der Freien Wähler, als Erzähler beim kaberettreifen Wendelgard-Theater.  Bild: Jörg-Peter Rau

Haltnausitzung des Konstanzer Gemeinderats 2012: Jürgen Faden (links) und Gabriele Weiner, Stadträte der Freien Wähler, beim kaberettreifen Wendelgard-Theater.  Bild: Jörg-Peter Rau

Haltnausitzung des Konstanzer Gemeinderats 2012: Die Stadträte der Freien Wähler Jügen Faden, Regine Rebmann, Gabriele Weiner und Alexander Stiegeler beim kaberettreifen Wendelgard-Theater.  Bild: JÖrg-Peter Rau

Haltnausitzung des Konstanzer Gemeinderats 2012: Ewald Weisschedel, Stadtrat der Freien Wähler, im Theaterstück nach seiner Wandlung von der Wendegard zum Wandelgerd - denn das Meersburger Fräulein war nacfh FWG-Lesart in Wirklichkeit ein Mann.  Bild: Bild:

Service
Artikel drucken  Artikel drucken
  Artikel versenden

  Newsletter
  RSS-Feed


Sensationelle Enthüllung auf der Haltnau: Wendelgard, bisher bekannt als unsehnliche, aber begüterte Meersburger Jungfer, war in Wirklichkeit ein Mann namens Wandelgerd. So jedenfalls sieht es die Fraktion der Freien Wähler, die in einer kabarettreifen Vorstellung ihre Version von Victor von Scheffels Legende bei der jährlichen Sitzung der Konstanzer Kommunalpolitiker im zur Spitalstiftung gehörenden Weingut präsentierte. Damit ließ sie, wie die Tradition es will, die Erinnerung an die Dame sowie den Übergang der Haltnau in Konstanzer Hände 1272 hochleben und beweis zugleich, dass Konstanzer Stadträte sehr wohl Humor haben.

Alexander Stiegeler führte als Erzähler mit einem geschliffenen, pointenreichen Text durch die Geschichte, Anselm Venedey und Regina Rebmann gaben die bigotten Meersburger Patrizierinnen, Jürgen Faden und Gabriele Weiner deren geschäftstüchtige und grenzwertig frivole Konstanzer Konterparts – und Ewald Weisschedel in großer Aufmachung die Wendelgard selbst. Viel Beifall, als Weisschedel aus dem gigantischen Kleid (Fundus von Elisabeth Stiegeler) stieg und sich als Mann offenbarte. Auf diese Idee, hieß es von langjährigen Teilnehmern der Haltnausitzung, sei bisher noch niemand gekommen. Den Akteuren selbst war der Spaß am Spiel mit Konventionen und Geschlechterrollen anzumerken.

Für Uli Burchardt war der Abend indessen eine echte Premiere: Der neue OB bekannte anfangs noch ganz freimütig, es sei „sehr gespannt, was mich heute Abend hier erwartet.“ Die Spitalstiftung, erinnerte er zum Beginn der lockeren Sitzung weiter, sei seit fast 800 Jahren ein wichtiges Gut der Stadt, und ein Beweis dafür, „was Bürgersinn und bürgerschaftliches Engagement alles leisten können.“ Stunden später hatte Burchardt einen neuen Blick nicht nur auf die Wendelgard-Geschichte, sondern auch auf seine Parlamentarier. Einmal im Jahr, bekannten viele der Stadträte freimütig, sei ein solcher Abend jenseits von Tagesordnungen hilfreich fürs politische Geschäft.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2013