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Konstanz Sie halten Wacht im Nebelwald

24.02.2009


Konstanz (nea) Der Nebelwald Venezuelas ist genauso bedroht wie seine Urwald-Brüder in Südamerika. Um dem Raubau Einhalt zu gebieten und den dort lebenden Menschen alternative Lebens- und Erwerbsmöglichkeiten aufzuzeigen, hat die Europäisch-Karibische Gesellschaft (EKG) aus Konstanz mit der Initiative „Forest Watch“ (englisch für „Waldwache“) ein Hilfsprogramm ins Leben gerufen.

Mit Hilfe von „Weltwärts“, einer Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, entsendet die EKG seit letztem Jahr Freiwillige in das südamerikanische Land, die den ökologischen Zustand bedrohter Tropenwaldgebiete erfassen und dokumentieren. Außerdem unterstützt „Forest Watch“ nachhaltige Schutz-, Nutzungs- und Bildungsprogramme.

Einer der Freiwilligen ist Thorsten Wiersberg aus Bonn, der in den letzten Tagen persönlich in Konstanz war, um vor seinem halbjährigen Aufenthalt die Aufgabengebiete mit dem Verein abschließend abzustimmen. Zum Vorteil dürfte dem Geografiestudenten gereichen, dass er schon einmal Urlaub in der „Bolivarischen Republik Venezuela“ gemacht hat. Er war zwar noch nicht in der Hauptstadt Caracas, in deren Nähe sein Einsatzgebiet sein wird, aber als angehender Diplom-Geograf ist er es gewohnt, unbekannte Landstriche zu erkunden.

Um überhaupt nachhaltige Alternativen für die Bevölkerung aufzeigen zu können, ist es nötig den Zustand des Nebelwaldes – er liegt etwa in einer Höhe von 1000 bis 1500 Meter – zu erfassen und auszuwerten. „Um die rare Datenlage zu verbessern, sind mehrere ausgiebige Touren nötig“, erklärt der 24-Jährige. Die Orientierung erfolgt mit Hilfe des Satelliten-Navigationssystems GPS. Die auf den Exkursionen ermittelten Daten zum Pflanzenbestand werden in einem grafischen Informationssystem erfasst.

Wiersberg möchte mit seiner Arbeit einen Ausgleich zwischen Naturschutz und Naturnutzung erreichen. „Die Menschen müssen in die Planungen mit einbezogen werden. Nur so sehen sie den Nutzen ein“, sagt er. Er weiß, dass es in dem als Nationalpark ausgewiesenen Nebelwald viele illegale Nutzer gibt. So werden verbotenerweise Kaffeeplantagen angelegt. „Das Gelände dort ist sehr steil, daher kommt es durch Rodungen sehr schnell zu Erdrutschungen“, beschreibt Wiersberg eine der Gefahren. „Und die Fähigkeit des Bodens Wasser zu speichern nimmt ab“, warnt er.

Informationen: Europäisch-Karibische Gesellschaft, Tel. 07531/91242, Internet: www.forest-watch.net, www.ekg.karibik.net und www.weltwaerts.de

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