Konstanz Sensationeller Garagenfund in Konstanz

Nach langem Dornröschenschlaf ist ein Ford A von 1929 wiederentdeckt worden. Nun kommt der Oldtimer unter den Hammer.

Die letzte Fahrt sollte eigentlich auf den Schrottplatz führen. Wer will mit der altertümlichen Karre schon etwas anfangen? Doch als Carlo Karrenbauer, seit Jahrzehnten in Konstanz als Auktionator tätig und bekennender Oldtimer-Fan, den Ford A sah, wusste er: Der Sensationsfund in einer Konstanzer Garage wird eine große Nummer. Denn das Cabrio mit Stoffverdeck und ausklappbarem Sitz im Kofferraum ist nicht nur ein Liebhaberstück, sondern atmet auch Technikgeschichte: Es war das erste Modell des US-Herstellers, mit der bis heute bekannten Anordnung der Bedienungselemente Brems-, Gas- und Kupplungspedal sowie Gangschaltung.

Gestartet wurde mit der Handkurbel

Und der alte Ford erinnert an Zeiten, als das Autofahren noch ein abenteuerliches Unterfangen war. Gestartet werden musste mit Handkurbel, die Windschutzscheibe ist klappbar. Besonders aufregend musste die Reise – immerhin schaffte der Wagen Tempo 90 – für die Mitfahrer auf der hinteren Sitzreihe gewesen sein. Sie entstand durch Hochklappen des Kofferraumdeckels. Ohne Verdeck, ohne Sicherheitsgurte, ohne großen Komfort ging es dort zu – die Bank erhielt den Spitznamen „Schwiegermuttersitz“.

Übermäßig selten ist der Ford A eigentlich nicht, in den Jahren zwischen 1928 und 1931 wurden immerhin 4,3 Millionen Stück gebaut. Wie viele davon heute noch in Deutschland herumfahren, konnte das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg nicht mitteilen, aber es dürfte eine sehr überschaubare Anzahl sein. Und: Das in Konstanz entdeckte Modell ist weitgehend im Originalzustand, lediglich Blinker und der dafür nötige Hebel wurden ergänzt. Unter der seitlich aufklappbaren Haube sieht man den 3,3-Liter-Motor, der rund 40 PS leistet; die Spannung fließt über simple Blechbänder zu den Zündkerzen. Im Emblem auf der Kühlerhaube ist nicht nur eine Peileinrichtung, sondern auch ein Thermometer für die Motortemperatur eingebaut.

In den 80er-Jahren restauriert

Rot lackiert und mit schwarzem Verdeck steht die Rarität jetzt da. In den 80-er Jahren wurde sie, wie Karrenbauer herausfand, restauriert. Dann fuhr der alte Ford auch in Konstanz herum, vorn und hinten sind noch alte KN-Kennzeichen montiert, die letzte TÜV-Plakette weist eine Untersuchung im Jahr 1989 aus. Dann geriet der Wagen 20 Jahre lang in Vergessenheit – bis die Besitzer ihre Garage wieder einmal öffneten. „So etwas“, sagt Carlo Karrenbauer, „haben wir noch nie erlebt.“ So wird aus dem überraschenden Fund auch für den Auktionator eine Premiere, ein Auto hat er noch nie versteigert. Das Mindestgebot liegt bei 13 000 Euro. Was der Wagen einem Liebhaber wert ist, sei kaum einzuschätzen, so Karrenbauer.
 

Die Auktion: Wer den alten Ford A ansehen will, kann dies in der Oberen Laube 46 in Konstanz von Samstag, 22. September, bis Mittwoch, 26. September zwischen 10 und 13 sowie von 15 bis 18 Uhr tun, am Donnerstag, 27. September, von 10 bis 13 Uhr. Aufgerufen wird der Garagenfund am Samstag, 29. September, ab 14 Uhr.
 

 

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