Mein

Konstanz Seerhein-Center steht vor dem Verkauf

02.10.2012
Konstanz -  Ein noch unbekannter Käufer hat Interesse am Seerhein-Center bekundet. Dies sagte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters auf Nachfrage.
knx_kn_seerheincenter8

Seerheincenter in Konstanz  Bild: Oliver Hanser

Service
Artikel drucken  Artikel drucken
  Artikel versenden

  Newsletter
  RSS-Feed


Das Seerhein-Center am Zähringerplatz steht laut Angaben des Insolvenzverwalters kurz vor dem Verkauf. Zum ersten Mal seit Bekanntgabe der Insolvenz vor zwei Jahren bestätigt Constanze Baumgart von der Kommunikationsagentur Dictum Law, dass es konkrete Verhandlungen gibt. Die Agentur spricht für den Insolvenzverwalter, die Kanzlei Bernsau Brockdorff. Ob der Käufer tatsächlich der Ankermieter Kaufland ist, ließ die Sprecherin offen. Immer wieder hatten Mitarbeiter der Lebensmittelkette dem SÜDKURIER bestätigt, am Seerhein-Center interessiert zu sein und Gespräche zu führen. Wann der Verkauf tatsächlich über die Bühne geht und ob der Interessent auch die zum Gebäude gehörige Ärzte-Etage sowie die Wohnungen übernimmt, ist nach wie vor offen.

Stimmung auf Nullpunkt angelangt

Die Stimmung unter den Geschäftsleuten im Center ist nach einem Hoffnungsschimmer vor einem Jahr wieder auf dem Nullpunkt angelangt. „Wir wissen gar nichts und hängen total in der Luft“, sagt ein Verkäufer, der seit vielen Jahren seine Kunden im ehemals schicken Seerhein-Center betreut. „Der Center-Manager kommt nur alle vier Wochen hierher und der Insolvenzverwalter sagt uns nichts. Von ihm haben wir keine Unterlagen außer der Kontonummer, auf die wir die Miete überweisen müssen. Wir Geschäftsleute sind die Dummen“, sagt der Verkäufer, der wie alle Händler im Einkaufszentrum nicht mehr mit Namen genannt werden möchte. Das war schon einmal anders, aber die Stimmung im Haus lässt die Geschäftsleute vorsichtig werden. Center-Manager Franz Jebavy möchte auch keine Fragen beantworten. Er sagt, er dürfe nicht: „Wir haben keine Freigabe des Insolvenzverwalters“, schreibt er auf SÜDKURIER-Nachfrage.

Seine Präsenz vor Ort scheint nachgelassen zu haben: Zu Beginn seiner Zeit in Konstanz, ziemlich genau vor zwei Jahren, sagte Franz Jebavy noch, er wolle alle zwei Wochen ins Seerhein-Center kommen.

Der Renovierungsstau im früheren Einkaufsmagneten von Petershausen ist nicht zu übersehen. Am Eingang ist noch immer keine Gastronomie eingezogen, die Räume einer Reinigung, eines Schuhladens und einer Bäckerei stehen weiterhin leer. Seit kurzem sind auch Schlecker und die Buchhandlung Bierkandt ausgezogen. Laut einer Geschäftsfrau wurde der Vertrag des über 70-jährigen Pächters nicht verlängert, obwohl er eine Nachfolgerin gefunden hatte. „Er musste Räumungsverkauf machen“, sagt die Händlerin. Auch ihr Vertrag läuft demnächst aus, sie hat keine Hoffnung auf Verlängerung. „Wir sind alle frustriert“, sagt sie.

Insolvenzverwalter hat zwei Finanzkonzepte vorgelegt

Die Mieter verstehen auch nicht, warum sich zwei Jahre nach Bekanntgabe der Insolvenz des ehemaligen Eigentümers City Fonds 11 und Secur Verwaltungs-GmbH nicht viel getan hat. Constanze Baumgart hält diese Zeitspanne aber keineswegs für ungewöhnlich. „Der Insolvenzverwalter hat der Bank zwei verschiedene Finanzkonzepte vorgelegt, das musste erst entschieden werden“, so Baumgart. „Bis alles juristisch und betriebswirtschaftlich in die kleinsten Verästelungen geklärt ist und man die Bücher schließen kann, dauert es einfach seine Zeit.“ Die Insolvenz des bekannten Bauunternehmers Philipp Holzmann gehe zum Beispiel schon ins elfte Jahr. Die Center-Mieter tröstet das nicht. Sie wollen endlich Klarheit.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln