Am Sonntagvormittag läutete der Zunftmeisterempfang im Dettinger Bürgersaal den Tag ein. Doch der größte Programmpunkt war der Umzug durch Dettingen zum zehnten Seenarrentreffen mit rund 1800 Teilnehmern in 38 Gruppierungen. Dank des Wetterglücks trübte kein Regenschauer das bunte Vergnügen. Laut Veranstalter säumten gestern rund 6000 Zuschauer den Straßenrand. Die Teilnehmer des Nachtumzugs am Freitag hatten dagegen Wetterpech. Die 24 Gruppierungen stimmten sich vor etwa 400 Zuschauern bei strömenden Regen auf das Jubiläumswochenende ein. Anschließend ging es zum Narrentreiben in die Besenwirtschaften und in die zur Moorschrat-Halle umbenannten Kapitän-Romer-Halle. Am Samstagmittag setzte sich der Konstanzer OB Uli Burchardt in Szene: Er packte als Mitglied der Narrenzunft Ducherle seines langjährigen Heimatortes Kaltbrunn beim Narrenbaumstellen auf dem Dettinger Dorfplatz mit an. „Als Mann vom Fach weiß er, wie so ein Baum gestellt wird“, lobte Ortsvorsteher Roger Tscheulin den gelernten Forstingenieur.
Den für den letzten Samstag vor Fasnacht vorgesehenen bunten Abend gestalteten die feiernden Moorschrat in einen Jubiläumsabend um. Das ausgesprochen kurzweilige Programm gestalteten die Narren mit Programmteilen der vergangenen Jahre, wobei sie ihre Sketche mit aktuellen Themen anreicherten. „Das wird mir lange im Gedächtnis bleiben“, erklärte Seenarren-Kapitän Burkhard Grob. Frank Rehm, Vizepräsident und Säckelmeister der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, lobte die Veranstaltung als „fulminanten und sagenhaften Jubiläumsabend“. Eigentlich habe er früh gehen wollen, um einer anderen Verpflichtung nachzukommen, aber schließlich sei er bis zum Schluss geblieben, erzählte Rehm.
Einen besonderen Höhepunkt des Abends auszumachen fällt schwer, denn eigentlich waren alle Sketche und Ballettvorführungen echte Höhepunkte. Tosenden Applaus gab es für den Kaltbrunner Lothar Bottlang als Pinguin, der auch den Moorschrat-Zunftmeister Thomas Gloger nicht verschonte: „Ich werde vom Gloger diskriminiert“, beschwerte sich der Pinguin. Ortsvorsteher Tscheulin, unter den Zuschauern sitzend, entfuhr ein spontanes „Nicht nur du“. Der Pinguin und Gloger fanden sich schließlich doch und intonierten begleitet von Gitarrist Winni Kutter ein Loblied auf die Fasnacht in Allgemeinen und die Moorschrat im Speziellen.
Das Gardeballett und das Jugendballett verdienten sich mit ihren Vorführungen jeweils eine Zugabe. Das Männerballett brachte als Zugabe ihre teilweise waghalsig anmutende Kartoffelsacknummer, eingeleitet von Klängen der Titelmelodie „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss aus dem Science-Fiction-Film „2001 – Odyssee im Weltraum“. Das Damenballett ging wesentlich martialischer zu Werke: Als Polizistinnen verkleidet tanzten die Damen unter anderem zum Techno-Remix von „Eins zwei Polizei“. Selbstredend durften auch sie für eine Zugabe nochmals auf die Bühne.
Tausende Narren in der Region Kreis Konstanz machen jedes Jahr während der fünften Jahreszeit die Straßen unsicher. Sie feiern und strählen sechs Tage lang ausgelassen. Alle Berichte und Bilder zur Fasnacht in der Region finden Sie im närrischen SÜDKURIER-Onlinedossier.
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Dossier Narrentreffen in Konstanz 2012
