KonstanzSchweinegrippe: Viren stören den Unterricht [5]
An den Konstanzer Schulen fehlen zurzeit mehr Schüler als normalerweise im Herbst. Auch Lehrer sind krank, Unterricht fällt aus. Ob daran aber nur die Schweinegrippe Schuld ist, weiß niemand: Seit einiger Zeit hat das Gesundheitsamt den Überblick verloren. Schulen erhalten über neue Erkrankte keine Meldung mehr. Konstanz – Die Konstanzer Schulen sind unterschiedlich stark von der Schweinegrippe betroffen. An der Grundschule im Wallgut sind momentan 26 Kinder mit Symptomen der so genannten Neuen Grippe krank gemeldet. Eine schwangere Lehrerin wurde vorsorglich vom Dienst freigestellt. An der Mädchenschule Zoffingen waren in einer Klasse vorübergehend nur noch acht von 29 Schülerinnen anwesend. In dieser Woche sind dort eher die Lehrer krank. Gesunde Lehrer müssen deshalb teilweise zwei Klassen gleichzeitig unterrichten. Auch an der Geschwister-Scholl-Schule fehlen knapp zehn Prozent der Lehrer. „Das ist mehr als normal“, sagt Schulleiter Reinhard Stifel. Damit muss Unterricht ausfallen. Laut Stifel dürften auch etwa zehn Prozent seiner Schüler fehlen. Die Stephansschule, die Grundschule Allmannsdorf, die Berchenschule, die Grundschule Dingelsdorf, die Gebhardschule und die Schule am Buchenberg sind von der Schweinegrippe kaum beeinträchtigt. Am Suso-Gymnasium ist die große Krankheitswelle schon vorbeigezogen. In zwei bis drei Klassen gab es dort hohe Fehlraten. „Der Rekord lag bei 14 abwesenden Kindern pro Klasse“, sagt Schulleiterin Ida Fend-Richter. An der Theodor-Heuss-Realschule fehlen momentan noch bis zu zehn Kinder pro Klasse. Ob sie alle aber tatsächlich die Schweinegrippe haben, kann niemand sagen: Die Ärzte testen nicht mehr und das Gesundheitsamt hat den Überblick verloren. „Wir melden den Schulen keine neuen Fälle mehr und die Schulen müssen sich auch nicht mehr mit uns in Verbindung setzen“, sagt Erwin Lenz, Arzt im Gesundheitsamt Radolfzell. Bei etwa 500 bestätigten Schweinegrippefällen im Kreis Konstanz könne das Amt „nicht mehr nachvollziehen, wer davon Schüler ist und zu welcher Schule er geht“, so Lenz. Sicher sei nur eines: Im gesamten Kreis wurde keine Klasse geschlossen zu Hause behalten. Alle Schulen haben die Eltern umfassend über wichtige Hygienemaßnahmen informiert, in vielen Schultoiletten hängen Anleitungen zum richtigen Händewaschen. Das Gesundheitsamt hat die Schulleiter aber dazu aufgefordert, keine Desinfektionsmittel bereitzustellen. „Die Mittel reizen die Haut und lösen Allergien aus“, sagt Erwin Lenz. „Wir würden mit Kanonen auf Spatzen schießen.“ Außerdem lasse sich mit Handdesinfektionsmittel die Ausbreitung der Grippe nicht aufhalten. Dafür haben die Hausmeister und die städtischen Reinigungskräfte laut Stadt-Pressesprecher Walter Rügert gelernt, ein Flächendesinfektionsmittel richtig zu benutzen. Die Eltern reagieren laut Aussage der Schulleiter sehr besonnen auf die Ausnahmesituation. „Von Hysterie ist nichts zu spüren“, sagt zum Beispiel Elke Großkreutz, Leiterin der Gebhardschule. Sie selbst hat sich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Jürgen Kaz, Leiter des Humboldt-Gymnasiums, ließ den Pieks dagegen über sich ergehen. „Die Kosten einer Impfung sind erheblich geringer als ein Tag Arbeitsausfall von Mitarbeitern“, sagt er. Wichtig findet er aber vor allem die Solidarität untereinander: Wer sich impfen lässt, kann auch andere nicht anstecken. Die Schüler selbst haben die Anleitung zur richtigen Hygiene bestens angenommen. „Es sieht richtig komisch aus, wenn die Kinder in ihre Ellenbeuge niesen“, sagt der Dingelsdorfer Schulleiter Jovin Bürchner. Im Radio hat er noch einen Tipp gehört: „Eltern lassen ihre Kinder zweimal ‚Happy birthday' singen und dabei die Hände waschen. Das sind dann die geforderten 30 Sekunden“, so Bürchner. „Bei uns habe ich dieses Lied aber noch nicht gehört“, sagt er lachend. Weitere Artikel zu: Schweinegrippe, |


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Find das leicht fahrlässig aber was will man machen ändert sich so oder so nix.
Die Grippe kommt, die Grippe geht, so auch die grippalen Infekte.
Und über allem steht der Refrain:
"schau, schau, die Hysterie geht um, bum bum bum"
Der Test wird aus Kostengründen nur noch bei vorerkrankten Patienten gemacht. Wozu sollen die Krankenkassen auch Unsummen für Tests ausgeben, wenn die Erkrankung an H1N1 dann wie jede andere Grippe einfach zu Hause auskuriert werden muss.
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