Konstanz Schulleistung soll öffentlich diskutiert werden
Symbolbild Bild: dpa
Es soll allerdings zuvor eine nichtöffentliche Beratung im Schulausschuss geben. 17 Mitglieder folgten dem Kompromissvorschlag von Hanna Binder (SPD). 12 Räte waren dagegen und zwei enthielten sich der Stimme.
Bisher werden die Berichte wie eine Geheimsache behandelt. Nicht einmal benachbarte Schulen erfahren von den Ergebnissen. Zuletzt gab es sogar Debatten, ob der Schulausschuss Einsicht in die Unterlagen bekommen darf, die von personenbezogenen Daten befreit sind. Ob in der nun beschlossenen öffentlichen Zweitberatung auch die kritischen Punkte auf den Tisch kommen, bleibt offen. Die Stadtverwaltung will zudem prüfen, ob das Vorgehen rechtlich zulässig ist. Der Landtag hat zwar per Beschluss sichergestellt, dass der Schulträger die Daten der Evaluation bekommt, aber nicht festgelegt, wie dieser mit ihnen verfahren soll.
Räte, die selbst Lehrer sind oder waren, sprachen sich vehement gegen eine öffentliche Diskussion aus. Sie fürchten Konkurrenzkämpfe unter den Schulen, Ranglisten-Wettbewerbe und Missverständnisse. Till Seiler (Grüne) sagte, die Ergebnisse der komplexen Prüfberichte könnten in einer öffentlichen Debatte falsch interpretiert werden. Der frühere Schulleiter Wolfgang Müller-Fehrenbach (CDU) sieht in der vertraulichen Behandlung der Erkenntnisse der Experten eine grundlegende Voraussetzung für eine gute Schulentwicklung. Anne Mühlhäußer (Grüne) fürchtet, die öffentliche Debatte der Prüfberichte werde die schon heute bestehende „leichte Hysterie“ unter Eltern um die Suche nach der passenden weiterführenden Schule befeuern.
Andere sehen keine Notwendigkeit, die Berichte unter Verschluss zu halten. „Gute Qualität muss die Diskussion nicht scheuen“, sagte Jürgen Leipold (SPD) und forderte „Mut zur Öffentlichkeit“. Bei den Hochschulen sei dieser schon längst Alltag. Leipold wies auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart hin, welches gerade den öffentlichen Vergleich von Schulen gestärkt hat. Demnach muss das Land Baden-Württemberg Sitzenbleiber- und Abbrecherquoten sowie Abiturschnitte an einzelnen Schulen öffentlichen machen. Klaus Frank (Frank & Freie) hält es für das Recht der Eltern, zu erfahren, wie gut Experten einzelne Schulen einschätzen. Auch Gabriele Weiner (Freie Wähler) plädierte für Öffentlichkeit, schließlich würden die Schulen auch mit öffentlichen Mitteln finanziert.
Kommentar: Kein Geheimnis

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