KonstanzSchulen: Angst vor Schildbürgerstreich [0]
Drei Fraktionen wollen verhindern, dass die Grund- und Hauptschule Gebhard geteilt wird. Dabei hatte der Schulausschuss schon für diese Variante gestimmt. Die Schule selbst ist froh über eine erneute Debatte – auch wenn dabei längst abgehakte Ideen wieder zum Vorschein kommen. Konstanz – Das Spiel geht von vorne los. Eigentlich hatte der Schulausschuss Anfang Dezember 2009 dafür gestimmt, dass die Theodor-Heuss-Realschule komplett am Zähringerplatz bleiben soll, während die Gebhardschule aus Platzgründen geteilt wird. Die Grundschule und die Klassen 5 und 6 der neuen Werkrealschule sollten an die Pestalozzistraße ziehen, während die Werkrealschulklassen 7 bis 10 am Zähringerplatz bleiben. Doch einige Fraktionen stehen dieser Entscheidung skeptisch gegenüber. So beantragen Freie Wähler (FWG), SPD und Freie Grüne Liste (FGL) eine nochmalige Prüfung von Ideen, die eigentlich abgehakt schienen. Die FGL will in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 9. Februar (ab 16.30 Uhr, Ratssaal), von der Verwaltung zwei Dinge wissen: Ist die viel diskutierte Verlegung der Feuerwehr innerhalb der kommenden fünf Jahre doch möglich und welche Optionen ergeben sich für die Schulentwicklung am Zähringerplatz durch den Wegzug der Telekom aus dem benachbarten Gebäude? Dorothee Jacobs-Krahnen (FGL) begründet den Wunsch nach einem erneuten Schlenker so: „Die Diskussion zur Schulentwicklung verlief für uns Gemeinderäte, aber auch teilweise für die Schulen unbefriedigend. Wenn man viel Geld in die Hand nimmt, sollte man damit auch eine zukunftsweisende, allen entgegenkommende Lösung finanzieren“, sagt sie. Die Feuerwehr müsse wegen mangelnder Entwicklungsmöglichkeiten am jetzigen Standort ohnehin umziehen. „Stellen Sie sich vor, sie wird in fünf Jahren verlegt und eine nicht optimale Erweiterung der Schule ist gerade zwei Jahre in Betrieb. Dann wird jeder von einem Schildbürgerstreich reden“, so Jacobs-Krahnen. Bürgermeister Claus Boldt hält nicht viel davon, die Feuerwehr-Verlagerung immer wieder neu zu diskutieren. „Der Umzug würde fünf Jahre in Anspruch nehmen. Bei einer Bauzeit von zwei Jahren für ein Schulgebäude würde dadurch erst in sieben Jahren mehr Raum geschaffen“, sagt er. Auch das Telekomgebäude komme nicht in Betracht (siehe Infokasten). Die Bebauung der Wiese vor dem Hochhaus sei ebenfalls schwierig. Aus städtebaulicher Sicht sei es wichtig, in Petershausen eine Grünfläche zu erhalten. Claus Boldt hält es aber nicht für falsch, erneut gedanklich „eine Runde zu drehen“. Auch Elke Großkreutz, Leiterin der Gebhardschule, ist froh über die Verzögerung. „Wir müssen noch mal in Ruhe überlegen und sollten nicht in einer Drucksituation entscheiden“, sagt sie – auch wenn das so wirke, als würde man sich im Kreis bewegen. „Ich finde es gut von den Fraktionen, dass sie sagen: Moment, die Gebhardschule macht gute Arbeit, die kann man nicht einfach auseinanderreißen.“ Sorgen bereitet dem Kollegium und Eltern der Gebhardschule vor allem die Frage, was aus dem gut funktionierenden Integrationsmodell wird, wenn behinderte Kinder sich nach einigen Schuljahren an einen anderen Standort gewöhnen müssten. Trotz dieser Bedenken hatte die Gebhardschule einer Variante zugestimmt, der ihre Teilung bedeutet. Die Theodor-Heuss-Realschule dagegen bleibt weiterhin bei ihrem Standpunkt. „Wir haben jetzt in der Gesamtlehrerkonferenz und im Elternbeirat den Beschluss erwirkt, dass wir keine Teilung der Schule wollen“, sagt Schulleiter Frank Raddatz. „Wir akzeptieren deshalb nur Lösungen, die dies einhalten.“ Die zuletzt teilweise angespannte Stimmung zwischen den beiden Kollegien beruhige sich aber gerade wieder, so Raddatz. Auch Elke Großkreutz betont: „Ich traue uns schon zu, dass wir eine Lösung finden, die für alle in Ordnung ist.“ |



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