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Konstanz Schlechte Aussichten für Stoiber-Tochter

Das Verwaltungsgericht Freiburg entscheidet in dieser Woche, ob die Uni Konstanz der Stoiber-Tochter Veronica Saß zu unrecht den Doktortitel aberkannt hat.

Veronica Saß muss zittern: Für das Verwaltungsgericht Freiburg ist klar, dass die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber auf 126 Seiten ihrer Dissertation Plagiate verwendet hat. Ob die Uni Konstanz ihr zu Recht den Doktorgrad aberkannt hat, darüber will das Gericht noch in dieser Woche entscheiden.

Den Weg von München nach Freiburg zur mündlichen Verhandlung hat sich Veronica Saß am Mittwochmorgen gespart. Stattdessen hat die Juristin gleich zwei Rechtsanwälte damit beauftragt, vor dem Verwaltungsgericht ihren Ruf zu retten und um ihren Doktortitel zu kämpfen. Diesen hat ihr die Universität Konstanz im vergangenen Jahr entzogen. Eine Internetseite namens vroniplag hatte aufgedeckt, dass Saß aus fremder Literatur teils ohne, teils auch ohne ausreichenden Quellenverweis abgekupfert hat. „Das ist ein erheblicher Umfang“, sagte der Vorsitzende Richter Werner Cordes. Allein auf 25 Seiten habe sie wortgleich Passagen sowie Fußnoten mit Kommentierung aus einer Dissertation der Hamburger Juristin Tanja Eisenblätter kopiert. Der Name Eisenblätter, sagte Cordes, sei in Saß' 269 Seiten starker Dissertation jedoch nie erwähnt worden.

Die Saß-Vertreter Martin Imbeck und Hans-Dieter Sproll widersprachen bei diesem Punkt nicht. Sproll betonte jedoch, man dürfe nicht nur einzelne kopierte Abschnitte aus Werken bewerten, sondern müsse eine Gesamtbetrachtung vornehmen. Im Literaturverzeichnis seien Werke aufgeführt, an anderen Stellen gebe es Fußnoten. Universitäts-Jurist Manfred Witznick hielt entgegen, es sei aus dem Verzeichnis nicht erkennbar, auf welchen Seiten Veronica Saß Zitate, ja ganze Abschnitte anderer Autoren verwendet habe. Richter Cordes war das Literaturverzeichnis ebenfalls zu wenig und ihm fehlte bei Fußnoten die Erkennbarkeit, wo im Haupttext Fremdzitate und ganze Absätze übernommen wurden.

Die Rechtsanwälte von Veronica Saß versuchten über einen zweiten Strang zu punkten. Sie hielten der Universität und im Speziellen den Dissertationsbetreuern und bewertern vor, im Jahr 2008 während der Promotion nicht reagiert zu haben. Ihnen hätten die Plagiate auffallen müssen, so Sproll. Richter Werner Cordes stellte die Gegenfrage: Was wäre geschehen, wenn gleich nach Abgabe der Doktorarbeit und während der Bewertung die Plagiate ans Tageslicht gekommen wären? Dann wäre sie nach der Promotionsordnung der Uni für ungültig erklärt worden, sagte Witznick. Ein Nachbessern der Doktorarbeit wäre nicht möglich gewesen, wie sie die Saß-Juristen vor der Verhandlung in Freiburg vergeblich als Möglichkeit einer Einigung vorgeschlagen hatten.

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