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Konstanz Rüstungsgegner protestieren

Friedensradfahrer machen in Konstanz Station. Kritik an Kooperationen der Hochschulen.

Düsterer Protest vor blauen Himmel am Konstanzer Hafen: Aktivisten von der Deutschen Friedensgesellschaft machen auf die Geschäfte von Firmen am Bodensee aufmerksam, deren Produkte auch beim Bau von Panzern und anderen Kriegsgeräten zum Einsatz kommen. Ein verkleideter Mann symbolisiert den Tod, den die Waffen bringen.
Düsterer Protest vor blauen Himmel am Konstanzer Hafen: Aktivisten von der Deutschen Friedensgesellschaft machen auf die Geschäfte von Firmen am Bodensee aufmerksam, deren Produkte auch beim Bau von Panzern und anderen Kriegsgeräten zum Einsatz kommen. Ein verkleideter Mann symbolisiert den Tod, den die Waffen bringen. | Bild: Rindt

„Der Tod vom Bodensee“ trägt eine weiße Maske und einen schwarzen Kapuzenmantel. Der Aktivist mit Sense steht für Firmen am Bodensee, deren Produkte beim Bau von Panzern und anderen Kriegsgeräten zum Einsatz kommen. Am Konstanzer Hafen machte er auf die Ankunft der Radfahrer aufmerksam, die für die Deutsche Friedensgesellschaft seit dem 1. August von einem kritisierten Unternehmen zum anderen touren. Der Weg führte von München über Friedrichshafen und Überlingen nach Konstanz. Dort richtete sich der Protest unter anderem gegen die Firma ATM Computer Systeme. Sie bietet Informationstechnik-Lösungen für Extremeinsätze an, etwa beim Militär.

Maik Schluroff von der Konstanzer Friedensinitiative forderte: „Legt die Leos an die Kette. Keine Panzer für Saudi-Arabien.“ Er spielte damit auf den diskutierten umstrittenen Waffen-Handel an, nach dem Deutschland dem autoritär regierten Saudi-Arabien hunderte Panzer des Typs Leopard 2 liefern soll. Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) begrüßte die Friedensradler. Er sprach sich für eine offene Diskussion im Parlament darüber aus, welche Rolle Deutschland bei Waffenlieferungen spielen solle. Panzer für Saudi Arabien und den Wüstenstaat Katar seien für ihn undenkbar. „Das darf und kann nicht sein.“ Frank sagte weiter, er respektiere Forderungen nach einer friedlichen Welt ohne Waffen. Er selbst sei allerdings überzeugt, dass es nicht immer ohne sie gehe. Diktatoren wie Miloševic (Ex-Jugoslawien) oder Gaddafi (Libyen) gäben nie freiwillig Macht ab.

Als Waffenexporteur schüre Deutschland die Konflikte, sagte Thomas Rödl (Deutsche Friedensgesellschaft). Er forderte dazu auf, sich Gedanken zu machen, wie Firmen mit Rüstungssparten den Ausstieg aus dem Militärgeschäft schaffen, und dennoch Arbeitsplätze erhalten könnten. Alexander Schmidt vom Referat Zivilklau sel der unabhängigen Studierendenvertretung der Uni Konstanz beklagte, Konstanzer Hochschulen kooperierten mit Unternehmen mit Rüstungssparte, wie EADS-Cassidian aus Immenstaad und Tognum aus Friedrichshafen. Schmidt kritisierte die Bildungspatenschaft des Konstanzer Ellenrieder-Gymnasiums mit EADS-Cassidian. Er forderte unabhängige Bildungssysteme, welche die Nachwuchskräfte nicht in die Arme der Rüstungsindustrie treiben.

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