Konstanz Roter Faden entlang des Sees
"Es geht nur miteinander, in kooperativen Verfahren": Baubürgermeister Kurt Werner im Bürgergespräch in Allmannsdorf. Bild: van Bebber
Konstanz - Die Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS) hatte Werner zu einem Grundsatzreferat über seine städtebaulichen Ziele eingeladen. Werner, seit 1. Februar im Amt, sprach von einem Werkstattbericht. Vor 35 Zuhörern im Pfarrsaal St. Georg knüpfte er in weiten Teilen an bestehende Pläne an. Er nannte es richtig, den Bedarf von 500 neuen Wohnungen im Jahr durch Verdichtung zu decken - und nicht durch neue Baugebiete im Außenbereich oder am Seeufer.
"Man hat einen wahnsinnig hohen Flächenverbrauch und wenn man da nicht gegensteuert, ist irgendwann alles zugebaut", sagte Werner. Es gehe darum, vorurteilsfrei an mehr Dichte heranzugehen. "Auch im Paradies hat man dicht gebaut und viele wollen da gerne wohnen", nannte Werner ein Beispiel. Wichtigstes Projekt sei derzeit Petershausen mit den neuen Bauten am Seerhein und der Planung entlang der Bahn. Jedes Gebiet verlange nach einem eigenen, mit den Bürgern abgestimmten Konzept.
BAS-Vorsitzender Alexander Gebauer sagte, er hoffe für Staad, dass sich durch eine mögliche Verdichtung nicht eine seezugewandte Betonitis entwickelt. Wünschenswert sei dagegen eine schnelle Gestaltung des William-Graf-Platzes am Seglerhafen.
Werner kündigte an, er wolle erfolgreiche Maßnahmen vergangener Jahre besser verbinden. Dies gelte für das Seeufer, aber auch für die Innenstadt. Er nannte als Beispiel die Neugestaltung des Hafens, des Konzilvorplatzes oder der Bahnhofstraße. Er wolle zwischen den Einzelprojekten Zusammenhänge herstellen.
Noch konkreter wurde er beim Seeufer. "Zukünftige Aufgabe muss es sein, den ganzen Bereich entlang des Seerheins und des Sees im Zusammenhang zu sehen", sagte Werner. Sein Ziel sei, dass das Ufer nicht in verschieden erschlossene Abschnitte zerfalle, die etwa durch unterschiedliche Bänke oder Lampen spürbar seien. Es gehe um einen roten Faden. Hier sei die Internationale Gartenbau-Ausstellung (IGA) 2017 eine Chance, auch weil es durch sie Finanzhilfe von Europa, Bund und Land geben könnte.
Das in seinem Vortrag nicht erwähnte Konzert- und Kongresshaus nannte Werner auf Frage einer Bürgerin eine wichtige Einrichtung, die Konstanz fehle. "Wir arbeiten da sehr intensiv dran", sagte er. Es gelte, mit Kreuzlingen die Voraussetzungen am Standort Klein Venedig zu klären. Beide Städte gemeinsam hätten die Chance zu besseren Lösungen. Werner sagte: "Wir sind ganz am Anfang." Es gehe um die Rahmenbedingungen.
Den Bürgern versprach Werner bei Planungsfragen Information und Mitsprache: "Es geht nur miteinander, in kooperativen Verfahren."
