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29.08.2012  |  von Michael Lünstroth  |  0 Kommentare

Konstanz Rock am See 2012: In Konstanz darf bald wieder gerockt werden

Konstanz -  Mit Green Day hat das traditionsreiche „Rock am See“ in Konstanz endlich wieder einen würdigen Headliner. Auch deshalb ist das Festival seit Wochen ausverkauft
Rock am See 2011

2011 kamen nur 13.000 Zuschauer zu Rock am See ins Bodenseestadion. Dieses Jahr ist das Festival schon Wochen vorher restlos ausverkauft.  Bild: Hanser

Rock am See: Zuschauerzahlen 1985 bis 2011

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Als Dieter Bös den unterschriebenen Vertrag im Frühjahr 2012 in den Händen hielt, dürfte er sich ziemlich gefreut haben. Unterzeichnet war das Papier vom Management der US-amerikanischen Punkrockgrößen Green Day und damit war klar, dass sich das Ringen von Bös, dem Festivalchef des traditionsreichen „Rock am See“ im Konstanzer Bodenseestadion, gelohnt hatte. Eigens für die drei Amerikaner hatte der Veranstalter, zum ersten Mal in der 27-jährigen Geschichte des Festivals, den Termin sogar um eine Woche nach hinten verlegt. Am kommenden Samstag, 1. September, findet nun also eines der ältesten Festivals in Deutschland mit Green Day und sechs weiteren Bands statt.



Die wichtigsten Fakten zum Festival
  • Der Termin: Rock am See findet in diesem Jahr am Samstag, 1. September, statt. Karten gibt es keine mehr, das Festival ist restlos ausverkauft. Einlass ins Bodenseestadion ist ab 11 Uhr.

  • Der Spielplan: Die erste Band, Itchy Poopzkid, spielt ab 13 Uhr. Danach folgen: Jupiter Jones (14 Uhr), Angels & Airwaves (15 Uhr), Flogging Molly (16.20 Uhr), Social Distortion (17.50 Uhr), Beatsteaks (19.20 Uhr) und am Ende der Headliner Green Day (21 Uhr). Gegen 23 Uhr soll "Rock am See 2012“ dann beendet sein.

  • Die Anreise: Es empfiehlt sich eine Anreise mit Bus und Bahn. Direkt am Bodenseestadion gibt es so gut wie keine Parkplätze. Wer trotzdem mit dem Auto kommen will, sollte den Park-and-Ride-Platz am Flugplatz Konstanz anfahren. Von dort fährt regelmäßig ein kostenloser Shuttlebus zum Stadion. Auch vom Konstanzer Bahnhof verkehrt der Sonderbus zum Bodenseestadion. Zurück Richtung Singen fährt zusätzlich zu den normalen Verbindungen um 23.23 Uhr und um 0.01 Uhr, ein Seehas um 0.50 Uhr in Konstanz ab. Wer aus Richtung Friedrichshafen kommt, nimmt am besten die Fähre von Meersburg. Ab dem Fährhafen fährt ein kostenloser Sonderbus zum Stadion.

  • Anfahrtswege, Hörproben der Bands und vieles mehr zum Festival im Online-Dossier: www.suedkurier.de/rockamsee

     

 


Die Zuschauer zeigten sich schon im Vorfeld von dem Programm begeistert: Zum ersten Mal seit neun Jahren ist das Bodenseestadion mit 25.000 Zuschauern ausverkauft. Nach dem   Experiment mit der Reggae- und Dancehallband Seeed als Headliner   im vergangenen Jahr (es kamen rund 11.400 zahlende Besucher), lechzte das Rock-am-See-Publikum offenbar wieder nach harten und schrammeligen Gitarrenklängen. Die Band um Sänger und Songschreiber Billie Joe Armstrong spielt am Samstag auch nicht zum ersten Mal in Konstanz: 1998 waren sie schon mal zu Gast bei „Rock am See“. Auch das zeigt, dass die drei Jungs aus Kalifornien im eher kurzlebigen Musikgeschäft doch schon so etwas wie eine gewissen Zähigkeit bewiesen haben. Seit 1987 gibt es Green Day, der große Durchbruch kam sieben Jahre später mit dem dritten Studioalbum namens „Dookie“.

Insgesamt haben Green Day fast 70 Millionen Tonträger verkauft. Zwischenzeitlich sah es freilich nicht so gut aus um die Band. Interne Streitereien führten fast zum Ende von Green Day. Erst mit dem Album „American Idiot“ war klar: Ja, das mit Green Day könnte eine längere Episode der amerikanischen Rockgeschichte werden. Der gleichnamige Titelsong dieses Albums war eine Abrechnung mit den Bush-Jahren in den USA. Mit einer Mischung aus politischen Texten, Spaßpunk und eingängigen Poprockballaden wurde der Erfolg von Green Day noch größer. „Boulevard of broken dreams“, „21 guns“, „Wake me up when september ends“, mit diesen Songs waren die Kalifornier plötzlich auch mitten im weichgespülten Formatradio angekommen, was vor allem Fans der ersten Stunde erzürnte. Dass sie trotz allem immer noch hervorragend rocken können, beweisen Green Day bei ihren Livekonzerten. In Europa spielen sie in diesem Jahr neben Konstanz nur noch in Berlin, Mönchengladbach und Bologna.

Nicht minder berühmt für ihre Liveauftritte ist die Berliner Band Beatsteaks. Sie kommen als Co-Headliner an den Bodensee und haben schon auf etlichen Festivals nachgewiesen, dass sie es verstehen, das Publikum zum Springen, Hüpfen, Tanzen und Schubsen zu bringen. Bei den Beatsteaks krachen die Gitarren noch richtig, was nicht bedeutet, dass sie nur das Brachiale beherrschten. Etliche Auszeichnungen und der ganz eigene Beatsteaks-Stil machen deutlich, dass die Band immer noch zu den progressivsten Rockbands des Landes gehört.

Mit Mike Ness, dem Sänger und Songschreiber von Social Distortion, kommt am 1. September auch so etwas wie eine Legende des amerikanischen Punkrock nach Konstanz. Das erste Social-Distortion-Album „Mommy’s little monster“ von 1983 gilt immer noch als ein Meilenstein der amerikanischen Punkrock-Bewegung. Ness selbst hat mit Drogenentzug, Krankenhaus- und Gefängnisaufenthalten beinahe eine beispielhafte Rocker-Karriere hingelegt. In ihrer Musik finden sich Punkrockeinflüsse genauso wie Rockabilly, Blues und Country.

Noch ein Jährchen älter als Mike Ness ist Dave King, seines Zeichens Frontmann der irisch-amerikanischen Folk-Punkmusiker Flogging Molly. Hier treffen E-Gitarre und Schlagzeug auf Banjo, Mandoline und Akkordeon. Eine spektakuläre Mischung, die vor allem live zündet. Das restliche Programm des 27. Rock am See setzt auf melodischen College-Charts-Rock (Ex-Blink-182-Sänger Tom de Longe mit seinen Angels & Airwaves), modernen Deutschrock irgendwo zwischen Juli, Silbermond und Kettcar (Jupiter Jones) und eingängigem Spaßpunk (Itchy Poopzkid). Immerhin: Endlich wird wieder gerockt bei „Rock am See“. Los geht es um 13 Uhr mit Itchy Poopzkid.

Alle Infos rund um Rock am See, Bilder, Bandportraits und vieles mehr gibt es in unserem Themenpaket.

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