Konstanz Rheinbrücke-Unfall - 'Ich hätte fast im Auto gesessen'
An dieser Stelle der Schänzlebrücke stürzte das Auto hinunter. Die Frage nach mehr Sicherheit ist laut geworden. Bild: Hanser
Konstanz - Gut zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall auf der Neuen Rheinbrücke ist die Ursache weiterhin unklar. Ein Renault Clio mit fünf jungen Schweizern im Alter zwischen 17 und 19 Jahren war am 21. März von der Brücke gestürzt. Der 19-Jährige starb bei dem Unfall, die anderen Insassen wurden lebensgefährlich verletzt.
Von offizieller Seite ist nicht zu erfahren, wie es den Verletzten geht. Doch auf der Internetseite www.suedkurier.de/konstanz haben sich mehrere User geäußert. "electro pirate" gibt zum Beispiel Auskunft über die Verletzungen der jungen Schweizer. Sein Name ist der Redaktion bekannt, aber er möchte nicht genannt werden. Dennoch sind seine Aussagen ernst zu nehmen: Der Kommentator ist ein guter Freund der Verunglückten.
Die beiden 18-Jährigen und der verstorbene 19-Jährige waren Spieler im Junioren Elite B-Kader des Eishockeyclubs Winterthur. Ihr Schulfreund bestätigt eine nahe liegende Vermutung: "Ja, die Fünf waren am Freitagabend auf dem Weg ins Dance Palace." Als Unfallursache vermutet er überhöhte Geschwindigkeit. Laut Polizei ist dies noch nicht bestätigt. Von dem Unfall seiner Freunde hat "electro pirate" am folgenden Morgen erfahren: "Die Familien der Betroffenen haben angerufen und wollten wissen, ob ich auch im Auto saß", schreibt er. Er selbst wollte an jenem Abend auch in die Konstanzer Disko. "Ich habe mich aber zum Glück kurz vorher noch umentschieden", so der User. Zwei seiner verletzten Freunde hat er schon im Krankenhaus besucht.
Die Polizei hatte gehofft, einen der Verletzten in der vergangenen Woche vernehmen zu können. Dies war bislang nicht möglich. Unklar ist auch weiterhin, welche Rolle das Brückengeländer bei dem Unfall gespielt hat. Verkehrssicherheitsexperte Franz Schilberg aus Bergisch-Gladbach prangert die Brückenbauer an. Seiner Meinung nach müsste die Abfahrt in Richtung Industriegebiet mit einer Leitplanke versehen sein. Das vorhandene Geländer ist zwar durch ein Stahlseil verstärkt. "Aber es hat überhaupt keinen Sinn, dass das Geländer alle paar Meter durch Laternenmasten unterbrochen ist", sagt Schilberg. Dadurch könne das Seil nicht die geforderte Wirkung entfalten.
