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Konstanz Restaurant zum Pfannkuchen

Die Gastronomie-Kritik (11): "Zum Pfannkuchen" wartet mit Überraschungen auf

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Das Restaurant "Zum Pfannkuchen" in der Hüetlinstraße lädt auch auf der Terrasse zum Sitzen ein. | Bild: Wischer

Die Karte lässt keinen Zweifel: In diesem Restaurant spielen Pfannkuchen die Hauptrolle. Pfannkuchen herzhaft oder Pfannkuchen süß - beide Geschmacksvarianten füllen Seiten. Kein Wunder, wenn das Restaurant auch "Zum Pfannkuchen" heißt.

Nur, wie hat man sich diese Pfannkuchen vorzustellen? Sind es hauchzarte Crêpes nach den verführerischen bretonischen Vorbildern? Oder sind es ebenso hauchzarte Galettes mit dem typischen Buchweizenmehl für den kräftigen Geschmack?

Wir sind gespannt und suchen in dem geräumigen Restaurant nach zwei Plätzen. Das ist gar nicht so leicht. An einem gewöhnlichen Mittwochabend ist es sehr gut besucht. Trotz des Platzmangels ist der Service sehr fürsorglich und sorgt noch für einen dritten Stuhl, damit wir zwei Krücken und einen angeknacksten Fuß angemessen versorgen können.

Um die Vorfreude auf die Pfannendelikatesse zu steigern, steigen wir mit einer Leberknödelsuppe (4 Euro) und einem gemischten Salat (4,20 Euro) ein. Auf beide Vorspeisen trifft zu: Reichlich und kräftig im Geschmack. Dann kommt die Überraschung: Die Spezialität des Hauses ist tatsächlich ein Pfannkuchen nach klassischer deutscher Art. Nicht zu dick und nicht zu dünn, nicht zu fett, aber auch nicht trocken, nicht fad im Geschmack, aber auch nicht würzig. Und nicht zu klein, vielmehr groß wie ein Wagenrad (auf Wunsch gibt es auch kleine Ausgaben).

Wir warten kurz auf die zweite Hauptspeise, doch die Neugierde ist zu groß und angesichts des großen Tellers lässt sich ein Pfannkuchen bequem zu zweit verzehren. Das gemeinsame Urteil: Der Konstanzer Zwiebelpfannkuchen (9,20 Euro) mit reichlich gebackenem Speck, Röstzwiebeln und Rahmsoße überzeugt - und sättigt. Soll man die Bedienung überhaupt noch an die Hauptspeise für die Begleitperson erinnern? Wir sind uns nicht sicher, warten und überbrücken die Zeit mit einem soliden, nicht ganz billigen Bardolino (9,50 Euro für 0,5 Liter).

Nach einer Stunde Warten kehrt der Appetit zurück und wir erinnern den Service an den ehemals bestellten Fleischspieß mit Pommes Frites. Die Reaktion des Personals lässt erst gar keinen Groll aufkommen. Das Versehen ist dem Service ehrlich unangenehm, nur wenige Minuten später ist der Fleischspieß angerichtet. Aber, Schuster bleib bei deinen Leisten, möchte man den Pfannkuchen-Köchen raten. Der Fleischspieß ist enttäuschend unspektakulär und wird seinem Preis (11,30 Euro) nicht gerecht. Ähnlich das Dessert: Die Birne Helene (6,50 Euro) ist mit Sprühsahne und Fertig-Schokoladensauce reichlich langweilig.

Der (wieder riesige) Pfannkuchen namens "Normannische Liebe" (9,50 Euro) mit angebackenen Apfelscheiben und einem Glas Calvados dagegen lässt das Herz höher schlagen. Als Entschädigung für die Panne gibt's noch einen Calvados extra. Ein feiner Zug.

Zum Pfannkuchen, Hüetlinstraße 39, Telefon 07531/27350, Sa. u. So. von 17 bis 24 Uhr geöffnet, Mo-Fr von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17.30 bis 24 Uhr.


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