Dem sonst so besonnenen Johannes Hartwich platzte der Kragen.
Anne Mühlhäußer (FGL) ist ebenfalls unzufrieden. Die Verwaltung verhalte sich dilettantisch, zur Diskussion über die Engpässe am Schnetztorknoten sei nicht einmal eine Vorlage für die Sitzung erarbeitet worden. Im Advent seien die gleichen Staus wie in den vergangenen Jahren zu erwarten. „Ich bin entsetzt“, sagte sie. Jürgen Wiedemann (Neue Linie) meinte mit Blick auf die Verwaltung sarkastisch: „Den Stau haben wir, den geben wir nicht mehr her.“
Bürgermeister Kurt Werner verwies auf die Mobilitätsforen und den Masterplan Mobilität (Verkehrsplan), der erarbeitet wird. Der Zeitplan sei immer klar gewesen. Nach dem dritten Mobilitätsforum gebe es klare Vorschläge. Außerdem sei eine Vorlage zum Advents-Verkehr in Vorbereitung. Isolierte Maßnahmen seien nicht sinnvoll.
Vorausgegangen war eine lustlose Debatte über den Schnetztorknoten. Die Planer im Baudezernat hatten sich die Sache so einfach gedacht. An Stautagen kann Autofahrern bislang die Zufahrt aus Richtung Döbele in die Bodanstraße mittels Beschilderung verboten werden. „Es hat sich aber gezeigt, dass diese Regelung kein Mensch interessiert“, sagte Erich Böhler vom Bürgeramt. Daher wurde eine Schranke vorgeschlagen, die sich nur in kritischen Situationen senken sollte.
Der Haupt- und Finanzausschuss hatte zugestimmt. Nach Protesten der Einzelhändler zeigten einige Fraktionen dann kein Interesse mehr an solch einer Lösung. Bürgermeister Kurt Werner sagte nun in der Ausschuss-Sitzung, aufgrund der vielen Einwände und nach Rücksprache mit den Fachämtern sei die Schranke kein Thema mehr.
Jürgen Wiedemann schlug vor, sofort eine Einbahnstraßen-Lösung mit separater Busspur in der Bodanstraße zu testen, also ein Ringverkehr um die Altstadt. „Das sehen viele Bürger in der Stadt so.“

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