Dieser Radweg ist nicht ganz ohne: In der Konzilstraße kommt es immer wieder zu heiklen Szenen. Zum einen herrscht Gegenverkehr auf dem Streifen zwischen alter Rheinbrücke und Fischmarkt. Zum anderen müssen sich die Radfahrer den Platz mit den Fußgängern teilen. Besonders eng geht es am Fußgängerüberweg zum Insel-Hotel zu. Dort warten oft Fußgänger auf dem Radweg auf Grün. Die Stadt sieht derzeit aber keine Möglichkeiten für eine andere Lösung.
„Es kommt an dieser Stelle sehr oft zu chaotischen Situationen“, sagte Anne Mühlhäußer (FGL) im Technischen und Umweltausschuss. Die CDU-Fraktion hatte das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Sie befürwortet wegen der Engstelle eine Ampellösung für die Radfahrer. Polizeidirektion und Bürgeramt befürworten dies allerdings nicht. Die Polizei habe bislang keine Unfälle an dieser Stelle registriert, berichtete Erich Böhler vom Bürgeramt. Bei der Polizeidirektion sieht man daher derzeit keinen Grund, eine andere Regelung einzuführen, bestätigte Heinz Huber vom Sachbereich Verkehr. Kritischer sei dagegen die Ausfahrt von der Hofhalde, gegenüber von der Bushaltestelle. Diese Ausfahrt ist für Autofahrer sehr unübersichtlich.
In der Ausschuss-Sitzung forderte Alexander Fecker (CDU) eine Lösung für den Übergang beim Insel-Hotel. Er berichtete von kritischen Situationen: „Die Radfahrer beschimpfen oft die Fußgänger, sie sollten aus dem Weg gehen.“ Johannes Hartwich (FDP) schlug vor, an der Fußgängerampel nachzubessern. Bislang gebe es keine Bedarfs-Taste für Fußgänger, wodurch es zu langen Wartezeiten komme. Jürgen Ruff (SPD) schlug eine ganz andere Lösung vor: Werde in der Konzilstraße Tempo 30 eingeführt, könnten Radfahrer die Straße mit benutzen. Dies bestätigte Bürgermeister Kurt Werner.
„Der Knotenpunkt ist anspruchsvoll, aber er funktioniert“, sagte dagegen Günther Beyer-Köhler (FGL). In der Stadt gebe es ganz andere Verkehrsprobleme, die zu lösen seien. Erich Böhler appellierte an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer. „Das Problem ist, dass viele Radfahrer mit unveränderter Geschwindigkeit an der Stelle durchfahren.“ Zudem bemerkten ortsunkundige Fußgänger oft nicht, dass sie sich den Weg mit den Radlern teilen müssen. Man werde noch einmal prüfen, ob die Ampelphasen für die Fußgänger verändert werden müssen.
Gutes Radwegenetz und ebene Strecken: Konstanz gilt als Paradies für Radfahrer. Doch nicht alles ist aus Sicht der Radler so rosig wie es scheint - sie fordern weitere Verbesserungen am Radwegenetz. Und auch mit anderen Verkehrsteilnehmern kommen Radfahrer in Konstanz immer wieder in Konflikt. Lesen Sie alles rund ums Thema in unserem Online-Dossier.

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