Die Überlegungen der Stadt, sich des teils chaotischen Fahrradverkehrs in Konstanz anzunehmen, sorgen auf SÜDKURIER Online und Facebook für reichlich Diskussionsstoff. Besonders die Idee, unter Umständen auch ein kostenpflichtiges Parkhaus für Fahrräder zu errichten, ist unter den Usern heftig umstritten.
So kommentiert Günter Lindner auf SÜDKURIER Online: „Auch die Fahrradbesitzer dürfen sich jetzt endlich aktiv an den Kosten beteiligen. Damit werden sie nicht mehr als Verkehrskosten-Schmarotzer betrachtet. Denn auch ein Zweirad braucht Platz im öffentlichen Raum. Das kann der Autofahrer nicht auch noch mitstemmen.“ Wie viel Ironie zwischen diesen Zeilen liegt, lässt sich nur schwer bestimmen. Zu deutlicheren Worten greift da Jascha Beuttler. Bei Facebook fragt er: „Kostenpflichtige Fahrradständer? Was passiert wenn ich nicht zahle? Wird mein Bike dann verschrottet? Warum nicht gleich die Innenstadt hermetisch abriegeln?“
Platz in der Innenstadt wird knapp
Die Ausgangslage der Stadt zeigt sich wie folgt: Durch den zunehmenden Radverkehr in Konstanz wird der Platz in der Innenstadt knapp, viele Plätze sind mit Rädern zugestellt. Einige Stadträte wiesen nun darauf hin, dass es vor 50 Jahren parkende Autos waren, die die Innenstadt verstopften. Nun dürfe man bei den Fahrrädern nicht die gleichen Fehler begehen. Durch die zunehmende Zahl seien viele Plätze und Straßen voll mit abgestellten Rädern. Jürgen Ruff (SPD) plädierte dafür, so viele Plätze wie möglich zu schaffen. „Es ist für das Stadtbild und den Ablauf des Radverkehrs von Vorteil.“ Mittelfristig müsse auch ein Fahrrad-Parkhaus mit kostenpflichtigen Plätzen angeboten werden. Eine Idee, die in der Fahrradstadt Münster bereits umgesetzt ist.
Abzocke von Auto- und Radfahrern
Beim
Konstanzer Seegeflüster, unserer Facebook-Präsenz, hält Uli Burger dagegen. Er schreibt zum Vorschlag Jürgen Ruffs: „Lächerlich. Wenn die CHs sich überall hinstellen können, weil die Beamten es nicht schaffen, überall Knöllchen zu verteilen, wie es sich gehört, wird auch keiner da sein, der am Ende noch Radfahrer aufschreibt. Und sollte die Stadt nicht autofrei werden? Jetzt kommt radfrei. Zum Ende fußgängerfrei. Und als Gipfel noch eine Buspflicht, damit wenigstens über die Stadtwerke das Geld rein kommt.“
Auch Alexandra Degen hält die Idee für abwegig: „Haha, ihr dürft alle in die Stadt, kommt aber am besten zu Fuß. Alles andere kostet zukünftig richtig Geld und wenn die Autos und Radfahrer abgezockt sind, dann gibt’s als nächsten Streich die Eintrittskasse an der Rheinbrücke. Unglaublich!“
Beispiele aus anderen Städten
Dass der Vorschlag eines Parkhauses für Fahrräder vielleicht auch funktionieren kann und die Radler dabei nicht unbedingt den Kürzeren ziehen, zeigt der Beitrag von Wolfgang Becker. Er hat unter unseren Artikel mehrere Links von Fotos gepostet, die er vom vollautomatischen Fahrradparkhaus in Münster gemacht hat.
Ein Blick lohnt sich:
www.flickr.com
Auch in
Bielefeld,
Freiburg und
Karlsruhe gibt es bereits solche Parkhäuser für Fahrräder.