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Konstanz Radfahrer bekommen ab Fischmarkt zwei Spuren

Tempo 20 wird künftig auf dem Stadtboulevard am Konstanzer Bahnhof gelten. Zugleich bekommen Radfahrer zwei Spuren ab dem Fischmarkt.

Wer künftig aus dem Hauptbahnhof tritt, wird das Empfangstor der Stadt völlig neu wahrnehmen. Großzügige Fußgängerbereiche prägen ab Juni den neuen Stadtboulevard zwischen Bodanstraße und Marktstätte, es gilt Tempo 20. Der Gemeinderat hat die Umgestaltung der wichtigen Verkehrsachse zunächst als Provisorium genehmigt. Bürgermeister Kurt Werner und seine Planer sprechen aber von der Modellphase: „Wir sehen das als Einstieg in einen verträglichen Verkehr auf dem Altstadtring.“ Ziel sei ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.

Grün wird die Leitfarbe im Provisorium. Entsprechende Plakate machen an den Eingängen darauf aufmerksam. Die Fußgängerbereiche werden mit verschnörkelten grünen Linien gekennzeichnet. „Damit sollen die Leute spüren, es ist jetzt etwas anderes“, sagt Werner. Denn die Fußgänger bekommen mehr Raum, die Verweildauer soll erhöht werden. Der Autoverkehr soll dagegen von heute durchschnittlich 11 500 Fahrzeugen auf 7500 pro Tag abnehmen. „Von der Durchgangsstraße zum Stadtboulevard“, lautet das Motto.

Radfahrer dürfen sich freuen, denn ein alter Wunsch wird nun erfüllt: Ab dem Fischmarkt wird es in der Konzilstraße bis zur Begegnungszone auf beiden Seiten der Straße einen Radweg geben. Bislang endet er am Fischmarkt, ortsunkundige Radler rätseln oft, wo sie fahren müssen.

Eine weitere flankierende Maßnahme ist Tempo 30 nachts auf der Laube und in der Konzilstraße. Die Autofahrer werden frühzeitig auf der Rheinbrücke und beim Schnetztor auf die Temporeduzierungen hingewiesen. So sollen jene, die nicht in die Altstadt wollen, den Bahnhofplatz meiden. Kurt Werner: „Wir sperren niemanden aus, aber jeder muss sich stadtverträglich verhalten.“ Es gehe darum, so die Innenstadt zu entlasten. „Man kann nicht immer nur Umgehungsstraßen bauen.“ Er wünscht sich eine bessere Lebensqualität für die Anwohner.

Das italienische Flair, das die endgültige Begegnungszone ausstrahlen soll, wird noch nicht ganz erreicht werden. Doch durch kleine Bäume in Kübeln und etliche Sitzgelegenheiten werde die Aufenthaltsqualität erhöht, kündigt Kurt Werner an.

Ab Mai wird der Bahnhofplatz umgebaut. Start der Modellphase ist Ende Juni. Bis zum Winter dauert der Test, dann will die Verwaltung den Bahnhofplatz endgültig zur Begegnungszone ausbauen. Bei zwei Verkehrszählungen werde zuvor überprüft, wie wirkungsvoll die Umgestaltung ist. Man wolle zudem die Potenziale für Verbesserungen erkennen, berichtet der Bürgermeister. Die Bürger werden auf einer großen Infotafel am Bahnhof über den neuen Stadtboulevard und die wichtigsten Veränderungen auf dem Platz informiert. Die Fachwelt jedenfalls beobachtet jetzt schon den Konstanzer Versuch mit großer Aufmerksamkeit. Kurt Werner wird demnächst auf einem Kongress zur Baukultur in Hamburg davon berichten.

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