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Konstanz Pulse of Europe auf Erfolgskurs in Konstanz: Tausende Teilnehmer und weitere Demos bis zur Bundestagswahl

Bisher gab es bei den Demos von Pulse of Europe in Konstanz hunderte Teilnehmer bei jeder Veranstaltung. Die nächste ist am 7. Mai. Anschließend gibt es monatlich Kundgebungen bis zur Bundestagswahl.

Hunderte Teilnehmer pro Treffen: Die wöchentlichen Demonstrationen von Pulse of Europe, der Bewegung für ein Europa der offenen Grenzen, ziehen die Bürger an. Auch am Tag der Stichwahl in Frankreich am Sonntag, 7. Mai, erwartet Harald Kühl vom 15-köpfigen Team der Mitinitiatoren um 14 Uhr im Gondelhafen nochmals mehrere hundert Menschen. Anschließend gehe es im Monatsrhythmus weiter mit den Kundgebungen, mindestens bis zur Bundestagswahl am 24. September. Geplant sei auch ein Grill- und Chillfest im Sommer, sagt Kühl.

Die Initiatoren haben die zahlreichen in diesem Jahr anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Europa im Blick. "Wir wollen dem Wähler sagen, wählt europäisch", sagt Harald Kühl. Die Bewegung sei parteiübergreifend organisiert, aber immer mit Blick auf das Weiterbestehen und Weiterentwickeln eines gemeinsamen Europas der kulturellen Vielfalt. "Europa muss die Lösung sein." Wie genau ein gemeinsames Europa modernisiert werden könnte, darüber sagt die Pulse-of-Europe-Bewegung nichts. Kühl zitiert lediglich den Publizisten Navid Kermani, der sagt: Europa müsse neu gedacht, sozialer, demokratischer und gerechter werden. Die Demonstrationen werben dafür, den Schatz des gemeinsamen, freien Europas nicht wegen Konflikten um Einzelfragen aufs Spiel zu setzen.

"Wir hoffen, dass wir von den Teilnehmern her noch eine Schippe drauflegen können", sagt Harald Kühl mit Blick auf das Pulse-of-Europe-Treffen am Sonntag. Die jeweils halbstündige Kundgebung im Konstanzer Hafen gegen den abschottenden Nationalismus habe seit dem 12. März mit einer Ausnahme wöchentlich 500 bis 700 Menschen angezogen. Nur an einem völlig verregneten Sonntag seien weniger als 300 gekommen. Die Veranstaltungen laufen nach einem festen Plan ab: Erst hören die Versammelten Musik von lokalen Gruppen, dann folgen eine kurze Rede und eine persönliche Liebeserklärung an Europa von einem Gast, dann singen die Versammelten gemeinsam auf Europa umgedichtete Lieder. So wird etwa aus "Für mich soll's rote Rosen regnen" ein "Für mich soll's off'ne Grenzen geben". Die Veranstalter wollen so positive Emotionen für das gemeinsame Europa wecken. Die Demonstranten schmücken sich mit blauen Fähnchen und Luftballons, auf denen der gelbe Sternenkranz prangt, das Symbol der Europäischen Union.

Teilnehmer in Konstanz zeigen sich froh über die Möglichkeit, die Sympathien für das vereinte Europa öffentlich zu bekunden. Volker Lepper aus Konstanz etwa bedauerte im Gespräch mit dem SÜDKURIER, dass vor der Pulse-of-Europe-Bewegung vor allem die Nationalisten auf die Straße gegangen waren. Freunde der offenen Grenzen seien nicht wahrgenommen worden.

 

Die Bewegung

Pulse of Europe ist 2016 als Bürgerinitiative in Frankfurt entstanden und inzwischen als Verein organisiert. Ziel ist es, dem aufkeimenden Nationalismus eine Bewegung für das vereinte Europa entgegenzusetzen. Pulse of Europe versteht sich als überparteilich. Die Initiative wirbt für den europäischen Gedanken, will ihn bei den Demonstrationen erlebbar machen und den Europafreunden eine Stimme geben. Aus der Frankfurter Initiative haben sich in ganz Deutschland neue Pulse of Europe-Gruppen gebildet. (rin)

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