Konstanz Proteste in der Chérisy
12.11.2011
„Die Initiative befürchtet eine städtebauliche Kurzschlusshandlung mit massiver Verdichtung und Verbauung eines in mehr als 30 Jahren gewachsenen, beispielhaften sozialen Quartiers“, heißt es unter anderem in einer Erklärung. Die Sorgen drehen sich vor allem um das Verfahren.
Mittels eines so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans soll der Bau realisiert werden. Für den Bauherrn ist das gut, weil das Verfahren beschleunigt wird. Für Anwohner bedeutet das in der Regel aber eher weniger Mitspracherecht. Rudy Haenel, Sprecher der Initiative, befürchtet zudem, dass am Ende gar kein studentisches Wohnen an dem Ort realisiert wird, sondern „teuer vermietbare oder gewinnbringend verkaufbare Wohnungen für Singles oder ältere Ehepaare“ entstehen. Das vertrage sich aber nicht mit der gewachsenen Mischnutzung im Quartier, erklärt Haenel. Die Befürchtungen der Initiative kann Roland Jerusalem, Leiter des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, nicht nachvollziehen. „Wir haben bereits im vergangenen Dezember die Betroffenen über die Pläne informiert, alle Beteiligten konnten sich äußern. Das lief alles sehr transparent ab. Ich hatte auch den Eindruck, dass das die Anwohner so gesehen haben“, sagte Jerusalem. Insofern wundere er sich über die Gründung der Initiative.
Die Sorgen um eine mögliche Umnutzung der Wohnungen von studentischem zu ganz normalem Wohnen teilt er auch nicht. „Mindestens bei einem Vorhabenträger weiß ich, dass er langfristig dort studentisches Wohnen anbieten will“, so Jerusalem. Mitglieder der Initiative „Schöne Chérisy!“ sind Bewohner und Vertreter der Sozial-, Studenten- und Altenwohnungen und der kulturellen, sozialen und gewerblichen Einrichtungen auf dem Areal. Am Mittwoch, 16. November, 19 Uhr, veranstalten die Projektplaner eine Nachbarschaftsanhörung im Kulturladen, bei der sich Betroffene zum Bauprojekt äußern können.

Alle Kommentare 