Konstanz Protest gegen abgebaute Konstanzer Trimm-Dich-Geräte zeigt Wirkung

Andreas Dachtler war der erste Sportler, der mobil machte gegen den Abbau. Die Initiative sammelte nun erfolgreich 600 Unterschriften. Die Stadt besorgt das Material, die Sponsoren sollen bezahlen.

Die Jogger-Lobby macht mobil: Nachdem Andreas Dachtler im Mai die Entfernung der Sportgeräte im beliebten Trimm-Dich-Pfad im Lorettowald im SÜDKURIER anprangerte, wird die Anzahl der Sportler, die den alten Zustand herbeisehnen, täglich größer. "Es kann doch nicht sein, dass diese tolle Anlage ersatzlos gestrichen wird", sagt Ernst Redl, der regelmäßig hier unterwegs ist. "9000 Schritte täglich", erzählt der 84-Jährige stolz. "Und dazu die Übungen, die ja jetzt leider nicht mehr möglich sind. Wir werden kämpfen, damit wir unseren Pfad wiederbekommen."

 
 
 

Frank Schädler, Leiter des Sportamts, nennt die Gründe für den Abbau der Geräte nach dreizehn Jahren: "Wir hatten keine andere Möglichkeit, da eine Analyse ergeben hat, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war." Aus Versicherungsgründen habe die Stadt als Bereitsteller des Services handeln müssen, die Gefahr von Unfällen aufgrund des maroden Holzes war zu hoch. Schädler: "Wir haben ja ein großes Interesse an Sport treibenden Bürgen", fährt Frank Schädler fort. "Doch sobald Gefahr für den Menschen droht, müssen wir eingreifen." Auf der Thermenwiese sorgte die Stadt für Ersatz. "Der erfüllt zwar nicht jeden Anspruch, aber es gibt dort auch andere sportliche Angebote." Für Ernst Redl ist das kein Vergleich: "Vor allem für uns ältere Menschen, die wir uns nicht gerne beobachten lassen beim Sport, war der Pfad im Lorettowald prädestiniert."

Und so nahm der einstige Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kontakt auf zu seinem Bekannten Konrad Frommer, ehemals Geschäftsführer der Stadtwerke. "Ich weiß als Ex-Amtsleiter, dass es bei einer Stadt oftmals am Geld scheitert", so Konrad Frommer. "Wir haben das Sportamt angeschrieben und um Unterstützung gebeten." Darüber hinaus schrieben die Rentner Serviceclubs wie die Lions oder Rotary an. "Wir haben schon drei Spenden zwischen 3000 und 5000 Euro." Frank Schädler geht davon aus, dass pro Sportgerät 5000 Euro anfallen. Sein Amt holt Kostenvoranschläge ein und wird die Geräte aller Voraussicht nach besorgen, während Konrad Frommer und Ernst Redl bei den Clubs sowie bei Firmen auf Sponsorensuche gehen, um die zu erwartende Summe von 20 000 Euro zusammenzubekommen. "Diese Initiative ist sehr löblich", freut sich Frank Schädler. "Das nehmen wir gerne auf und hoffen auf eine gemeinsame Lösung."

Ernst Redl (von links), Konrad Frommer und Frank Schädler.
Ernst Redl (von links), Konrad Frommer und Frank Schädler. | Bild: Oliver Hanser

Andreas Dachtler war der erste Sportler, der mobil machte gegen den Abbau. Er war nahezu täglich im Wald unterwegs. "Es ist ja toll, dass eine Privatinitiative Geld sammelt", sagt er. "Aber in meinen Augen ist es Aufgabe der Stadt, für Ersatz zu sorgen. Aber nun gut, am Ende ist es egal, wer die Geräte finanziert hat. Hauptsache sie kommen zurück." Er hat rund 500 Unterschriften gesammelt. Auf seinem Flugzettel heißt es unter anderem: "Die neue Anlage an der Thermenwiese ist allenfalls eine Ergänzung, aber kein Ersatz." Laufkamerad Eckart Schleyer stößt die Art und Weise das Abbaus nach wie vor übel auf: "Ohne Infos waren die Geräte plötzlich weg. Da kommt man sich von der Verwaltung vor den Kopf gestoßen vor."

Der Lorettowald

Seit 1907 gehört er zur Spitalstiftung Konstanz. Der 64,4 Hektar große Wald soll Konstanzern sowie allen Gästen der Stadt ein Ort der Freude, Erholung und des Sportes sein, wie es offiziell heißt. Der gemischte Baumbestand aus jungen und älteren Bäumen ergibt ein Bild des Gleichgewichtes.

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