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Konstanz Peter Gaymann begleitet Woche der Demenz

Die Woche der Demenz findet in Konstanz zum siebten Mal statt. Zum Abschluss werden Gaymann-Drucke versteigert. Der Cartoonist ist mit seinen gezeichneten Hühnern bekannt geworden

Menschen mit Demenz können trotz ihrer Erkrankung am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. „Dies wollen wir dieses Jahr mit der Woche der Demenz zeigen“, erklärte Petra Böhrer von der Altenhilfe-Beratung. „Dabei lehnen wir uns an den Welt-Alzheimertag an“, ergänzte sie. „Als besonderen Schwerpunkt haben wir das Thema Humor gewählt“, berichtete sie. Die Ausstellung „Demensch“ mit Cartoons von Peter Gaymann wird über den gesamten Veranstaltungszeitraum im Haus Don Bosco und in Schaufenstern des Konstanzer Einzelhandels zu sehen sein.

Zum Abschluss wird es zwei Höhepunkte geben. Am Donnerstag, 16. Oktober, kommt Peter Gaymann persönlich nach Konstanz. Im Gespräch mit SÜDKURIER-Redakteur Roland Wallisch wird er den „Humor, das Zeichnen und die Kunst, das Unveränderliche zu akzeptieren“ betrachten. Er wird unter anderem über sein Projekt „Demensch“ sprechen, bei dem sich der Künstler mit dem Altwerden und den Demenz-Erkrankungen befasst. Auktionator Carlo Karrenbauer wird einen Tag später die Demensch-Drucke versteigern. Der Cartoonist Peter Gaymann wird anwesend sein und berichten, wie er zu dem Thema Demenz und den einzelnen Bildern kam. Der Erlös wird die Finanzierung zweier Tandemfahrräder unterstützen, teilte Luise Mitsch vom Altenhilfeverein mit.

Peter Gaymann hat über 70 Bücher veröffentlicht. Bekannt ist der Cartoonist für seine gezeichneten Hühner in allen möglichen und unmöglichen Lebenslagen. Seine seit über 20 Jahren in der Zeitschrift Brigitte veröffentlichten „Paar Probleme“ mit Szenen aus dem Beziehungsalltag trugen entscheidend zu seiner Popularität bei.

Eine weitere Ausstellung hat der Malteser Hilfsdienst vorbereitet, berichtete Silvia Baumann, Leiterin Soziales Ehrenamt. Im Oktober ist sie im Seniorenzentrum am Fürstenberg unter dem Motto „Menschen mit demenziellen Veränderungen“ zu sehen. Sie ist das Ergebnis des Wettbewerbs zum Malteser Medienpreis, an dem der Studiengang Kommunikationsdesign der HTWG Konstanz teilnahm.

„Betroffene besser verstehen lernen“ ist ein wichtiges Ziel, das sich Volkshochschule und Malteser vorgenommen haben. Sie bieten zusammen eine spezielle Schulung an, die sich an Mitarbeiter im Einzelhandel, bei Dienstleistungsunternehmen und in Arztpraxen richtet. Nach einer theoretischen Einführung gibt es praxisnahe Tipps zum Umgang mit demenziell veränderten Menschen im Beruf und Alltag.

Weitere Praxisbeispiele zum Ausprobieren verspricht Barbara Evers, Fachkraft für Gerontopsychiatrie und zuständig für die soziale Betreuung im Haus Urisberg, bei der Veranstaltung „Aktivierung aus dem Schuhkarton“ im Haus Urisberg am Mittwoch, 7. Oktober. Angehörige sind im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen oft unsicher, erklärte sie. „Sie bleiben dann einfach weg, was sehr schade ist“, sagte Evers bedauernd. Mittels gefüllten Schuhkartons zu verschiedenen Themen lasse sich einfach zeigen, wie einfach es sei, Spaß miteinander zu haben, sagte sie. „Sie ergeben so etwas wie Biografie-Kisten“, ergänzte Evers.

Aus der Woche der Demenz ist mittlerweile eine beachtenswerte Veranstaltungsreihe geworden, die mit hohem Engagement und professionellem Auftreten erstellt wird. Vergangenes Jahr sei das Interesse der Besucher spitze gewesen, berichtete Luise Mitsch. „Wir mussten bei einem Vortrag 300 Leute abweisen“, erläuterte sie. „Das Thema Demenz ist mittlerweile gesellschaftsfähig geworden“, bestätigte Silvia Baumann. „Die Woche der Demenz trägt sicher dazu bei“, fügte sie hinzu. Besondere Ereignisse wie die Gaymann-Ausstellung würden zudem nicht nur Direktbetroffene ansprechen, sagte sie zuversichtlich. „Wir merken das extrem bei Schulungen“, berichtete sie aus der Praxis. „Vor sieben Jahren brauchten wir noch niemanden darauf hinweisen“, sagte sie rückblickend.

Mittlerweile gebe es viele Sach- und Spielfilme sowie Literatur, die sich mit der Demenz befassen, schilderte Petra Böhrer ihre Erfahrungen. „Die Woche der Demenz ist eine gute Ergänzung, um das Thema in die Kommunen zu tragen“, betonte sie. „Sie ist eine gute Möglichkeit, damit der einzelne sich damit befassen kann“, ergänzte Böhrer.


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