Konstanz Paukenschlag in der Konstanzer Schullandschaft: Geschwister-Scholl-Schule bald ohne Werkrealschule

Nur noch eine einzige Werkrealschule in der ganzen Stadt, der Erhalt der Theodor-Heuss-Realschule ist nicht dauerhaft gesichert, und plötzlich fehlen auch noch 700 Plätze an den Konstanzer Grundschulen: Die Stadtverwaltung schlägt ein umfassendes Maßnahmenpaket vor. Und will schnelle politische Beschlüsse.

Der Schullandschaft in der Stadt und damit vielen Kindern und Eltern steht die größte Veränderung seit langem bevor. 41 Jahre nach dem Start der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) als Verbund mit allen drei herkömmlichen Typen von weiterführenden Schulen steht das Konzept vor dem Aus. Bereits in dieser Woche sollen Schulausschuss und Gemeinderat nach dem Willen der Verwaltung beschließen, dass die Werkrealschule an der GSS ausläuft. Es wäre nach Zoffingen, Stephan und Dettingen bereits die vierte Schule des einfachsten Bildungsabschlusses, die keine Zukunft mehr hat. Die Schüler sollen künftig die Berchenschule besuchen, deren Werkrealschulzweig dafür durchgehend zweizügig ausgebaut wird; das Schulhaus könnte zu diesem Zweck teilweise abgerissen werden und einen größeren Anbau erhalten.

Soll einzige Werkrealschule der Stadt werden und dafür eine Erweiterung bekommen: Die Berchenschule scheint als weiterführende Schule eine sichere Zukunft zu haben.
Soll einzige Werkrealschule der Stadt werden und dafür eine Erweiterung bekommen: Die Berchenschule scheint als weiterführende Schule eine sichere Zukunft zu haben. | Bild: SK-Archiv

Doch in den Unterlagen für die öffentliche Beratung im Schulausschuss am Mittwoch (16 Uhr, Ratssaal) und im Gemeinderat am Donnerstag (öffentlich ab 17 Uhr, Ratssaal) stecken noch weitere Vorhaben der Verwaltung. Demnach steht auch die Theodor-Heuss-Realschule wieder vor einer ungewissen Zukunft. Einerseits brauche die Gemeinschaftsschule, die ebenfalls einen Standort am Zähringerplatz hat, mehr Platz. Andererseits seien die Anmeldezahlen mit in diesem Früjahr nur 25 trotz der Zusage, zwei fünfte Klassen bilden zu könen, weiterhin gering. Die Verwaltung hält es für denkbar, dass künftig die Geschwister-Scholl-Schule das einzige Realschul-Angebot in Konstanz vorhält. Bei anhaltend geringen Anmeldezahlen, heißt es in der Vorlage wörtlich, "müsste die Strukturierung der Realschullandschaft evtl. erneut überdacht werden".

Während für die GSS klar scheint, dass sie die zuletzt kaum noch nachgefragte Sparte Werkrealschule verliert und unabhängig davon auf jeden Fall in eine Sanierung oder einen Neubau investiert werden muss, sind auch große Veränderungen an den Grundschulen zu erwarten. Die Stadtverwaltung wurde von neuen Zahlen überrasch, nachdem bis 2026 rund 700 weitere Grundschul-Plätze nötig sind. Möglichst schnell sollen die Grundschulen Haidelmoos, Wollmatingen und Allmannsdorf ausgebaut werden, die Sonnenhaldeschule soll in der nahen Buchenbergschule Klassenzimmer dazubekommen, denn dort steht der Sprachheilkindergarten vor der Auflösung. Allein der Grundschul-Ausbau könnte laut einer ersten Schätzung rund 8,5 Millionen Euro kosten.

 

Was geplant ist

Die Stadtverwaltung hat ein weitreichendes Konzept zur Neuordnung der Schulen in Konstanz vorgelegt. Einige Kernpunkte darin sind:

  • Grundschulen: Ausbau Wollmatingen, Allmannsdorf und Haidelmoos, Erweiterung Sonnenhaldeschule in Räumen bei der Buchenbergschule.
  • Werkrealschulen: Auflösung des Zweigs an der Geschwister-Scholl-Schule, dafür zweizügiger Ausbau der Berchenschule als einziges Angebot
  • Realschulen: Weiterbestand des Zweigs an der Geschwister-Scholl-Schule und fürs erste der Theodor-Heuss-Realschule.
 

Als erstes soll die Grundschule Wollmatingen (Sanierung und Erweiterung) an die Reihe kommen, was 4,5 Millionen Euro kosten soll. Der Druck ist dort am größten, weil für die ersten Familien im künftgen Stadtviertel am Hafner bisher keine andere Schule zur Verfügung steht. An der Haidelmoosschule will die Stadt für geschätzt 2,5 Millionen Euro vorsorglich erweitern, da auch auf dem Siemens-Areal bisher nicht berücksichtigte Kinder wohnen werden. Für die Grundschule Allmannsdorf liegen die Planungen bereits vor und sollen nun beschleunigt für rund 1,35 Millionen Euro verwirklicht werden.

Mit der neuen, weitreichenden Vorlage nimmt die Stadt Konstanz die Schulentwicklungsplanung wieder allein in ihre Hände. Lange Zeit hatte die Verwaltung auf eine Aussage des Kultusministeriums gewartet, ob die übergeordneten Schulbehörden den Werkrealschulzweig an der GSS in Frage stellen. Zur Antwort hat Bürgermeister Andreas Osner nur bekommen, der Schulversuch mit drei Schularten unter einem Dach werde beendet. Eine Aussage über die künftige Struktur von Konstanz' größter Schule war damit aber nicht verbunden. Ein Signal gab es dennoch: Die gerade einmal sechs Werkrealschüler, die dieses Frühjahr an die GSS angemeldet wurden, sind abgewiesen und an die Berchenschule und andere Schulen weitergeleitet worden.
 

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