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Konstanz Patrick Manzecchi präsentiert seine neue CD

Patrick Manzecchi und als "Star Guest" Richie Beirach sowie Jens Loh erfreuten im Wolkensteinsaal mit fulminantem Jazz Programm. Zugleich wurde Manzecchis neue CD "Rectilinear" vorgestellt.

Der Saal war voll, die Luft war heiss. Und in die Vollen ging es auch zu heissem Jazz, als Richie Beirach in die Tasten griff. Jens Loh den Bass swingen liess und Patrick Manzecchi die Drums zum Pulsieren brachte. Das alles in einem Set durchgespielt. Beirach ist ein Meister des Piano ohne Frage. Er kann sehr differenziert Drastellen und zugleich mit Wucht volle Akkorde anpacken. Etwas frei formuliert könnte man von einem Georg Friedrich Händel des Jazz-Piano sprechen. Sofern solche Vergleiche nicht zu abwegig sind.

Aber der Autor muss einfach an die Einspielung von Händels "Claviersuiten" von Kieth Jarrett denken. Zunächst ging es an mit einem Stück von Bill Evans. Rhythmischer Drive, Spannung, satte Bass-Sounds ein markantes Tastenspiel, da konnte man aufhorchen. Akkordsatt dahinrollend dann der Walzer "Trust" von Richie Beirach, der Piano-Legende, höchstselbst. Eingestreut ein Bass-Solo, ein Jazz-Walzer zum Schweben. Wollte man seine Füße nicht zum Tanzen heben, so konnte man zumindest mitschwingen. Es ging ferner in einer weiteren Komposition balladesk zu, wippend, ja gestenreich. Kleine hübsche Melodien wurden eingestreut, ein augenzwinkernder Schluss waren bemerkenswert. Nicht weniger wurde Experimentelles geboten. Gleichsam wie eine Horror-Szene in einem Thriller untermalten die drei mit grollenden Akkorden und waberndem Tremolo zu fallenden Akkorden das Stück "Read to Line".

Dasselbe steigerte sich zum Prestissimo. Das es anders geht, bewies das Stück "Gal", was auf polnisch Heimweh heisst. Eine wehmütige Ballade mit einer wunderschönen melancholischen Melodie zu sanftem Besen und seufzenden Bass-Zupfern. Fast eine barocke Da-Capo-Arie in der Anlage , mit zulegendem Tempo und virtuosem Bass im B-Teil. In einer Solo-Improvistaion zeigte Richie Beirach subtile Modulationen, ein medley das auf Franco Manzecchi, Patricks Vater zurückgeht. Nachdem in "Boston Hurry" und in "All Blues" die Post abging, zeigte das Trio noch einmal in der zärtlichen Elegie "My Elma", aus Beirachs Feder, wie poetisch Jazz klingen kann. Schmelzende Bass-Zupfer, Tasten-Rubati und sachte Besen-Tupfer für eine schöne Frau. Eine Huldigung der "unsterblichen Geliebten" des Jazz?

 

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