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Konstanz Ortsvereine ärgern sich über illegale Altkleidercontainer

Wer nicht Acht gibt, wohin er seine Kleider- und Schuhspenden gibt, unterstützt womöglich die Leute und Firmen, die in Konstanz illegal Altkleidercontainer aufstellen. Denn immer wieder werden Container aufgebaut, die nicht alle nötigen Genehmigungen haben und kommerziellen Interessen dienen.

Petra Reiner vom Landratsamt Konstanz sagt, dass dieses Problem momentan schwer einzuschätzen sei. Die Zahl der Container schwanke. Manchmal seien es zehn, manchmal zwanzig im Monat, dann auch wieder gar keine. Vor zwei Jahren sei das Problem sehr gravierend gewesen und das Landratsamt musste dagegen vorgehen. Wer einen Container aufstellen möchte, braucht jeweils eine Genehmigung von der Gemeinde und der zuständigen Stelle im Landratsamt. Manche könnten aber nur eine von beiden vorweisen und somit sei das Aufstellen der Container illegal.

Klaus Zirell von der Verwaltung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landkreis Konstanz empfindet das illegale Sammeln von Altkleidern und Schuhen als „ärgerlich“, da die Behälter erst durch ein längeres Verfahren genehmigt werden mussten. Durch weniger Ware wegen illegalen Behältern gebe es mehr finanzielle Einbußen für die ehrenamtliche Organisation. Der Erlös der Kleidung aus den Containern sei auch wichtig für den Landkreis. Er finanziere zum Beispiel die Ausbildung der ehrenamtlichen Helfer.
 

Auch die Malteser kennen dieses Problem. Bezirksgeschäftsführer Jürgen Raupp spricht von einer „wahren Flut von ungenehmigt aufgestellten Altkleidercontainern“ und warnt die Bürger davor, ihre Altkleiderspenden nicht in solche inoffiziellen Container zu werfen. Jeder Altkleidercontainer der Malteser sei genehmigt und den Vorgaben entsprechend aufgestellt. Die Waren kämen am Ende dort an, wo sie gebraucht werden, sagt Raupp. Wie das DRK finanzieren auch die Malteser durch die Einnahmen der Altkleidersammlung ihr soziales Ehrenamt, beispielsweise den Katastrophenschutz oder Rettungsdienst. Laut Jürgen Raupp ärgern sich die Malteser sehr über „die dreisten und teilweise illegalen Methoden der kommerziellen Firmen“. Auch spüren die Malteser einen deutlichen Rückgang der Abgaben an die Altkleidersammlung. Er rät den Bürgern, sich an die Organisationen selbst zu wenden, wenn sie unsicher sind.

 

Altkleidercontainer

Zahl der Container: Es gibt insgesamt 27 Altkleidercontainer im Stadtgebiet von Konstanz, fünf davon linksrheinisch. Aufgestellt wurden die Behälter größtenteils von den Maltesern und vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), allerdings gibt es auch Firmen, die sie aus kommerziellen Gründen aufstellen. Sie schlagen dann Profit aus den Sammelstellen im Gegensatz zu den Hilfsorganisationen.

Genehmigung: Container sowie Sammelungen von Kleidern oder Schuhen in Eimern oder Säcken am Straßenrand müssen genehmigt werden. Sie dürfen nicht ohne Erlaubnis aufgestellt werden. Laut Angaben des Landratsamts gebe es auch immer wieder Sammlungen mit Eimern, die einer genehmigten Organisation gestohlen wurden. Deswegen verweist das Landratsamt auf die offiziellen Container wie die des DRK oder der Malteser.

Hilfsorganisationen: Die Altkleidercontainer der Hilfsorganisationen sind klar gekennzeichnet. Deswegen sollte man vorher darauf achten, von wem der Behälter aufgestellt wurde, bevor man seine Altkleider entsorgt. Das DRK verwendet oft die Farbe Rot für die Container, die Malteser verwenden Beige. In manchen Orten betreibt das DRK eine Kleiderkammer für Bedürftige. (afm)

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