Singen26.09.2005
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Noch ein steiniger Weg zu den Sternen [0]
Über 700 Gäste begrüßte die Regionale Wirtschaftskooperation (RWK) zu einem Fünf-Sterne-Abend der Wirtschaft im Autohaus Bölle in Singen. Eingeladen waren Vertreter der Wirtschaft und Politik aus dem westlichen Bodenseeraum. Hauptredner war der Arbeits- und Sozialminister des Landes, Andreas Renner. Er sprach anlässlich der feierlichen Enthüllung der neuen S-Klasse über die Zukunft des Sozialstaates.
Präsentiert wurde beim Fünf-Sterne-Abend der Wirtschaft der neue Mercedes S500L.
Singen - Bernhard Bihler, der Sprecher der RWK, die diese Großveranstaltung organisiert hatte, zeigte sich von so viel Interesse überrascht. Die RWK habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Wirtschaft zu fördern. Als Interessengemeinschaft wolle sie nicht auf Signale von außen warten, sondern die Zukunftsgestaltung in die eigene Hand nehmen. Rund 1800 Mitglieder nutzten die übergreifende Infrastruktur. "Die geballte Wirtschaftskraft", so Bihler, "soll der Region neue Impulse zur Stärkung der Wirtschaft geben." Dieser Abend sollte zum zwanglosen Gespräch untereinander und zum gegenseitigen Gedankenaustausch genutzt werden. Arbeits- und Sozialminister Andreas Renner setzte sich in seiner Festrede mit der Zukunft des Sozialstaates auseinander, selbstverständlich nicht ohne vorher noch etwas zur Tagespolitik gesagt zu haben. Das Land, das finanziell in einer dramatischen Situation sei, müsse bei der Regierungsbildung mehr im Vordergrund stehen, nicht einzelne Personen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit könne nur durch nachhaltige Reformen erhalten werden, die auch wehtun. Die Sanierung des Staatshaushaltes sei unausweichlich. Die Arbeitslosenversicherung müsse um zwei Prozentpunkte gesenkt werden, im Gegenzug stünde dann allen eine Mehrwertsteuer-Erhöhung ins Haus, so Renner. 1,5 Millionen Arbeitslose brächten dem Staat 7,5 Milliarden weniger Einnahmen für die Sozialversicherungssysteme. Dem könne nur durch flexible Arbeitszeiten, Auflockerung der Tarifautonomie und des Kündigungsschutzes entgegengewirkt werden, so die Meinung von Andreas Renner. Die Krankenversicherung sollte ebenfalls von den Arbeitskosten abgekoppelt und durch eine solide Gesundheitsprämie ersetzt werden, selbstverständlich dürften dadurch Familien mit Kindern nicht benachteiligt werden. Die Pflegeversicherung habe ihre Rücklagen in den zehn Jahren ihres Bestehens aufgebraucht, hierfür sei ursächlich die demographische Entwicklung in den letzten 30 Jahren zu nennen. Hier sollte komplett auf eine Kapital gedeckte Variante umgestiegen werden, gab Andreas Renner zu bedenken. Ähnliches gelte auch für die Rentenversicherung. Auf alle Fälle komme man auch hier um eine Erhöhung der Beiträge nicht herum. "Mit Steuerleistungen allein können wir dieses Fass ohne Boden nicht abdichten. Reformen müssen her, um das soziale Sicherungssystem im Angesicht der demographischen Entwicklung noch aufrechterhalten zu können", brachte Renner seine Rede auf den Punkt. Um dieser Entwicklung gegensteuern zu können, sollte die Familie einen höheren Stellenwert einnehmen. Renner möchte deswegen allen Müttern die Möglichkeit geben, ihren Berufswünschen nachgehen zu können und auch für Kinder bis zum dritten Lebensjahr Betreuungsplätze anbieten. Diese Vorstellungen von der Zukunft des Sozialstaates den Menschen, die sich die S-Klasse nicht leisten können, näher zu bringen, dürfte schwer sein. Das befürchtete wohl auch Renner, denn er sprach vom steinigen Weg zu den Sternen. Der Stern des Abends war dann aber die neue S-Klasse, "das vermeintlich beste Auto der Welt", kündigte Renner die mit Spannung erwartete Enthüllung an. Musikalisch begleitet wurde die feierliche Enthüllung des S500L vom holländischen Pianisten Peter Baartmans mit dem Boléro von Ravel. Die "Bölle-Band", die Hip-Hop-Gruppe "Dance for Fans" aus Konstanz sowie die Kunstradfahrer aus Aach lockerten das Programm gekonnt auf. Bilder im Internet:
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