Konstanz Nix: „Mein Sohn ist die ideale Besetzung“
Italien, Island, Togo – nachdem einige Dienstreisen des Theaterchefs Christoph Nix öffentlich wurden, bemüht sich der Intendant darum, die Zweifel an der Redlichkeit der einzelnen Reisen zu zerstreuen. Auf die Frage, warum ausgerechnet sein Sohn ihn zu dem im August geplanten Gastspiel in Afrika begleiten muss, erklärt Nix über seine Pressesprecherin Martina Kraus: „Er spielt die Rolle des „Jungen“, eine Rolle, die jugendlich und von einem Weißen besetzt sein muss. Zudem besitzt er durch seine Arbeit im Jugendclub des Theater Konstanz reiche Erfahrung auf der Bühne und ist vom Typ ideal für die Rolle besetzt.“ Die Reise nach Togo wird mit 12 000 Euro im Rahmen der „Aktion Afrika“ zu 100 Prozent vom Auswärtigen Amt finanziert. Die Stadt Konstanz stellt hierfür allein die Arbeitskraft des Intendanten zur Verfügung. Auch zu seinen weiteren Reisen hat sich Christoph Nix noch einmal detailliert geäußert.
Palermo, Italien: Vom 22. bis 28. Oktober 2009 war Nix in Palermo auf Einladung von Intendant Armin Petras und Regisseur Mateo Brava um eine Kooperation zwischen Palermo und Konstanz abzustimmen. Von der Kooperation hat man seither nichts mehr gehört. Bei der Reise hat er nach eigenen Angaben auch das dortige Goethe-Institut und das Teatro Garibaldi besucht. Hierbei habe er lediglich sein persönliches Billet abgerechnet. Die Dienstreise wurde genehmigt und im Personalamt geprüft und verbucht. Begleitet wurde er auf dieser Reise von seinem Sohn. Dessen Fahrt- und Übernachtungskosten wurden demnach privat bezahlt.
Reykjavik, Island: Vom 25. bis zum 28. März 2010 reiste der Intendant zu einem Theaterbesuch der Premiere von Thorleifur Örn Arnarsson im Nationaltheater. Der Isländer wird zur kommenden Spielzeit Chefregisseur am Theater Konstanz. Nach Angaben von Nix wurden mit Arnarsson und dem Bühnenbildner die beiden Inszenierungen der nächsten Konstanzer Spielzeit (Mutter Courage, König Lear) besprochen und konzipiert. Nix habe hier lediglich seinen Billigflug mit Übernachtung in Rechnung gestellt in Höhe von 413 Euro. Seine Frau und sein Sohn haben ihn begleitet, sie hätten aber ihre Reisekosten selbst getragen.
In Gemeinderatskreisen wurde das Thema unterdessen gelassen aufgenommen. Zwar sagte Wolfgang Müller-Fehrenbach (CDU) er sei von den Dimensionen der Reisen „erstaunt“, grundsätzlich unterstütze die CDU aber die Bemühungen des Theaters auch nach außen zu wirken. Auch Brigitte Leipold (SPD) findet, dass an dem Vorgehen des Intendanten nichts zu beanstanden sei: „Uns ist nichts sauer aufgestoßen“, so Leipold. Heinrich Everke (FDP) und Peter Müller-Neff (FGL) halten die Reisen für in Ordnung. So lange dies aus dem vereinbarten Theaterbudget gezahlt werde, liege die Entscheidung über Reisen beim Theater.

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