Konstanz - Heute müssen Museen für Tobias Engelsing Geschichte zum Leben erwecken, Komplexes in Alltagssprache übersetzen und die Bevölkerung in ihrer ganzen Breite ansprechen: "Wir verstehen unsere städtischen Museen als Orte des materiellen Gedächtnisses der Region und der lebendigen Wissenschaft."
Die Verbindungen von Rosgartenmuseum, Wessenberg-Galerie, Bodensee-Naturmuseum und Hus-Haus zu den wissenschaftlichen Institutionen der Stadt sind ebenso intensiv wie produktiv. Regelmäßig absolvieren hier vier bis fünf Studierende und Doktoranden der Universität Praktika. Sie übernehmen Führungen, erstellen Texte für Ausstellungen, Kataloge und Fachbeiträge, entwickeln pfiffige Marketingideen, konzipieren Ausstellungen mit und wenden so ihr kunstgeschichtliches, politikwissenschaftliches oder juristisches Wissen in der Museumspraxis an. Engelsing und seine Kollegin, Barbara Stark engagieren sich zudem in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Sie nehmen beide ehrenamtlich einen Lehrauftrag an der Uni wahr.
Diese Zusammenarbeit mit den Hochschulen wollen die Museen im Jahr der Wissenschaft 2009 ausbauen und institutionalisieren: So soll ein zweijähriges wissenschaftliches Volontariat nach dem Studium eine museumsbezogene berufspraktische Ausbildung vermitteln. Neben Stationen in allen vier Museen werden die Volontäre auch Gelegenheit zur Redaktionsarbeit im SÜDKURIER haben. Zudem sollen sie als Gasthörer an der HTWG Grundlagen der praxisorientierten Betriebswirtschaft studieren. In dieser einmaligen Kombination sieht das Museum die Chance, den Volontären einen erfolgreichen Start auf dem engen Arbeitsmarkt zu ermöglichen und Konstanz als Bildungsstandort noch attraktiver zu machen.
