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Konstanz Neues Kinderhaus schon in Planung

31.08.2010


Nach dem Niederbrennen des Kinderhauses Edith Stein Mitte Juni schöpfen die Beteiligten neue Hoffnung: Für einen Neubau am alten Standort gibt es bereits konkrete Pläne.

Konstanz – Thomas Kannenberg klingt gut gelaunt. Der Leiter des abgebrannten Kinderhauses Edith Stein blickt gut zwei Monate nach dem großen Feuer zuversichtlich in die Zukunft. „Es baut mich auf, dass es vorangeht“, sagt er und meint damit die schon sehr konkreten Pläne für einen Neubau am alten Standort.

Bei einem Ideenworkshop mit Erziehern, Architekten, Eltern und Vertretern der katholischen Kirchengemeinde St. Gebhard als Träger des Kinderhauses ist eine Vorstellung davon entstanden, wie das neue Haus in der Gustav-Schwab-Straße aussehen soll. Inzwischen ist klar: Das Gebäude wird vom Stil her dem abgebrannten Haus sehr ähneln, energetisch aber auf den neuen Stand gebracht. „Das alte Haus war auf fünf Gruppen ausgelegt, das neue wird sechs beherbergen“, sagt Kannenberg. Außerdem sollen Küche und Personalraum größer werden, ein Aufzug kommt dazu. Der Keller des alten Gebäudes kann vermutlich erhalten werden. Der Zeitplan ist eng gestrickt: „Wir wollen Mitte September mit den Plänen in den Gestaltungsbeirat“, sagt Thomas Kannenberg. Wie viel der Neubau kosten wird, ist noch unklar.

Wer all diese Umstände verursacht hat, ist immer noch unklar. Der Brandstifter ist nicht gefasst, eine heiße Spur gibt es laut Polizeisprecher Michael Aschenbrenner auch nicht. Trotz allem ist für die Kinder und Erzieher inzwischen wieder der Alltag eingekehrt. Direkt nach dem Brand kam das Kinderhaus mit den 122 Kindern im Kinderkulturzentrum Raiteberg (Kikuz) unter. Jetzt leben beide Einrichtungen nebeneinander her. Gunter Lange vom Kikuz sagt: „Es läuft gut. Natürlich gibt es Einschränkungen, aber das war uns vorher klar.“ Die Mitarbeiter von Kikuz und Kinderhaus teilen sich einen Besprechungsraum, das Kikuz musste seine Planungen aus Platzmangel teilweise umwerfen. So wird beim Herbstprogramm darauf geachtet, dass wenige Veranstaltungen im Haus stattfinden, sondern im Spielmobil. „Wir werden auch auf die Schulen zugehen“, sagt Gunter Lange. „Es ist schon stressiger und wir haben mehr Lärm, aber es ist auch schön, wenn kleine Kinder neugierig ins Büro schauen. Das Haus ist einfach belebter.“

Auch Thomas Kannenberg kommt gut mit der Beengtheit klar. Im Moment sind ohnehin nur rund 30 Kinder einer Ferien-Notgruppe im Kikuz. Nach den Ferien nutzt das Kinderhaus dort sogar noch mehr Räume. „Ich schäme mich schon fast, dass wir uns noch weiter ausbreiten“, sagt Thomas Kannenberg. Im Dezember ist dann der Umzug ins zweite Provisorium an der Pestalozzistraße geplant. Dort ist bislang noch das Personalamt untergebracht, weil das Rathaus saniert wird.

Die Kinder selbst kommen mit der Situation gut zurecht. Laut Thomas Kannenberg reden sie im Moment wenig vom abgebrannten Kinderhaus. „Das kommt dann im Herbst“, vermutet er. „Bislang haben wir viele Ausflüge gemacht, da haben die Kinder ihr Haus nicht allzu sehr vermisst.“

Kommentar, Seite 18

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