Neuer Pfarrer für 10000 Katholiken
17.09.2002
Konstanz (fvb) Bei einem Festgottesdienst in der Gebhardskirche ist Pfarrer Andreas Rudiger in sein neues Amt als Leiter der Seelsorgeeinheit Petershausen eingeführt worden. Zur neu eingerichteten Seelsorgeeinheit gehören die Gemeinden St. Gebhard, St. Suso und St. Bruder Klaus mit insgesamt rund 10000 Mitgliedern und 100 Mitarbeitern. Die Einführung war der erste große und gemeinsame Gottesdienst der drei Gemeinden. 800 Gläubige waren in die Gebhardskirche gekommen, deren Plätze nicht ausreichten. Franz Hiller vom Pfarrgemeinderat St. Suso sprach von "einem weiteren Schritt unseres gemeinsamen Weges in die Seelsorgeeinheit".
Vor Dekan Mathias Trennert-Helwig bekannte Rudiger seinen Glauben und versprach die verantwortliche Leitung der drei Pfarreien. Abschließend nahm er vom Dekan symbolisch die Schlüssel der Kirche entgegen. Rudiger, der von einem wichtigen Tag für ihn und die Gemeinden sprach, hatte seine festliche Einführung unter das Hermann-Hesse-Zitat "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" gestellt. Dekan Trennert-Helwig sagte, er habe beim neuen Pfarrer "eine Begeisterung des Anfangs gespürt".
Auch die Mitglieder der Gemeinden begrüßten ihren offen auftretenden neuen Seelsorger mit sichtlicher Freude. Rita Rotzinger-Magin vom Pfarrgemeinderat St. Gebhard sagte im Gottesdienst: "Wir freuen uns, dass sie hier sind." Nach dem Gottesdienst gab es ein lockeres Fest im Pfarrgarten.
Rudiger folgt auf Pfarrer Peter Eisner, der die Gebhards-Gemeinde nur kurz geführt und sein Amt wegen Krankheit aufgegeben hatte. Weiter als Pfarrer in der Seelsorgeeinheit bleibt als Kooperator Pfarrer Helmut Benkler. Besonders dankten die Gläubigen im Gottesdienst dem früheren Konstanzer Dekan Msgre. Emanuel Frey, der in der Zeit des Pfarrerwechsels Dienste übernommen hatte.
Der 39-jährige Rudiger war als ältestes von vier Geschwistern in Bühl geboren worden. Seine Zeit bei der Bundeswehr beendete er als Reserveoffizier, anschließend machte er eine Zimmermannslehre und ging als Geselle auf Wanderschaft. Theologie studierte Rudiger in Jerusalem und Freiburg, wo er auch seine Doktorarbeit schrieb und als Kaplan arbeitete. In Kenzingen (Kaiserstuhl) leitete Rudiger bereits drei Jahre eine Pilot-Seelsorgeeinheit mit mehreren Pfarrern.
Den Gottesdienst zur Amtseinführung hatte der Kirchenchor mit der Jugendmesse von Joseph Haydn musikalisch gestaltet. In seiner Predigt hatte Dekan Trennert-Helwig die Bedeutung der Gemeinde hervorgehoben. "In der Gemeinde, da lebt der Glaube. Da wird sie erfahrbar, die Liebe Gottes zu uns", sagte der Dekan. Weiter sagte Trennert-Helwig die Kirche bejahe eine pluralistische und demokratische Gesellschaft. Auf das Zerbrechen fester Milieus dürfe sie aber nicht mit Aktivismus reagieren und Konzepte und Papiere produzieren, sondern müsse sich auf das Wesentliche besinnen: "Unsere Hauptquelle ist der Glaube an die Menschenfreundlichkeit Gottes."
