Wie es mit dem schmucklosen Schweizer Bahnhof weitergehen soll, dazu geschieht viel im Hintergrund. Fragen zum aktuellen Stand beantwortet die Deutsche Bahn mit äußerster Zurückhaltung. Es scheint, also wolle sie nicht zu viel preisgeben von ihren Gedanken, wie es mit dem Haus weitergehen soll. Es sei noch nichts entschieden, sagt eine Sprecherin, das Unternehmen gehe der Überlegung einer möglichen Zwischennutzung nach. Langfristig stehe jedoch ein Verkauf des Schweizer Bahnhofs auf der Agenda, sagt sie weiter auf Anfrage.
Was die Sprecherin der Deutschen Bahn AG mit Zwischennutzung meint, lässt sie offen. Auf die Frage nach dem Interesse eines Konstanzer Einzelhändlers an einem Pachtverhältnis könne sie nichts sagen. Das Unternehmen ist offenkundig schon einen Schritt weiter, denn konkrete Gespräche laufen, wie die Stadtverwaltung dem SÜDKURIER auf Anfrage bestätigt. „Die Stadt wird von den Beteiligten informiert, insbesondere ist die DB im Dialog mit der Stadt Konstanz“, heißt es weiter. Als Knackpunkt stellen sich Verträge aus dem Jahr 1850 dar, wohl mit dem Sonderstatus auf ausschließlicher Bahnnutzung. Die Verträge hat das Land Baden mit der Schweiz geschlossen. Zwar begann die Schweizer Eisenbahnära mit Anschluss bis Konstanz erst 1870/1871. Doch war mit dem Vertrag schon frühzeitig die Station der Schweizerischen Nordostbahn festgelegt. Kurzum: Der Deutschen Bahn gehören Grundstück und Gebäude, die Schweiz ist Pächterin. Noch heute ist dort der Zoll untergebracht, nachdem SBB-Schalter in die neue Mobilitätszentrale im Hauptbahnhof verlegt worden waren.
Was bedeuten die Absichten mit dem Schweizer Bahnhof für die geplante Unterführung vom Bahnhofplatz bis zur Hafenstraße? „Vermutlich müsste ein kleinerer Teil des Gebäudes abgerissen werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung auf Anfrage des SÜDKURIER. Zwischen dem Hauptgebäude und dem Schweizer Bahnhof soll der Zugang zum Tunnel sein. 15 Meter Platz seien dafür notwendig, hieß es vor kurzem im Technischen und Umweltausschuss. So viel Platz ist derzeit nicht vorhanden. Auch hierbei sei man derzeit „in Abstimmung“, sagt die Sprecherin der Bahn und lässt offen, ob das Unternehmen zu Gunsten der Unterführung ein Stück des Gebäudes zu opfern bereit ist. Nur so viel: Die Verhandlungen stünden kurz vor der Unterzeichnung. Die Deutsche Bahn AG hält an ihrer Aussage fest, zum Tunnelbau lediglich die zugesagten Aufzüge für eine Barrierefreiheit beisteuern zu wollen. Alles andere, sagt die Sprecherin, sei Sache der Stadt Konstanz. Die letzten Kalkulationen für den Durchstich vom Bahnhofplatz bis zum See beliefen sich auf Kosten von 12,8 Millionen Euro, das Bauamt hofft jedoch auf Zuschüsse von Land und Bund.
Noch gar keine Überlegungen gebe es zur Ladenzeile am Bahnhofplatz, erklärte die Sprecherin der Deutschen Bahn. Große Eile gibt es hierbei nicht, sind die Flächen doch seit Jahren gewinnbringend verpachtet. Die Zeile ist zwar mit „heimatlichen Charme“ kategorisiert, sie und der Schweizer Bahnhof sind jedoch nicht als Denkmäler eingestuft.

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