KonstanzNeue Heimat für Konzilstadt [0]
Konstanz (lün) Der städtische Eigenbetrieb Konzilstadt Konstanz, Organisationsbüro für das Konziljubiläum 2014 bis 2018, sitzt jetzt an der Marktstätte und soll hier die Begeisterung für die Geschichte wecken. Für die Stadt ist das gleichzeitig der Startschuss, um Geschlossenheit bei diesem Projekt zu demonstrieren. Die Stadt Konstanz bereitet sich rechtzeitig auf die 600-Jahrfeier des historischen Konzils von 1414 bis 1418 vor und das gesamte Vorhaben wird von einer breiten Unterstützergruppe getragen. Das war wohl die Botschaft, die von einem offiziellen Präsentationstermin ausgehen sollte. Nur so ist zu erklären, weshalb an einem gewöhnlichen Freitagvormittag nahezu die komplette Funktionärs- und Verwaltungsspitze der Stadt zur Präsentation einer neuen Schriftenreihe angerückt war. Oberbürgermeister Horst Frank, Kulturbürgermeister Claus Boldt, Hauptamtsleiter Roland Bunten, Stadtkämmerer Hartmut Rohloff, Museumschef Tobias Engelsing, Theaterintendant Christoph Nix, Stadtarchivleiter Jürgen Klöckler, Hochbauamts-Chef Johannes Kumm, Stadtmarketing-Chef Hilmar Wörnle – sie alle waren da. Dazu noch einige Stadträte, der Dekan Mathias Trennert-Helwig – man konnte tatsächlich den Eindruck bekommen, dies sei das wichtigste Projekt der Stadt derzeit. Dabei ging es doch eigentlich nur darum, die neuen Räumlichkeiten des städtischen Eigenbetriebs Konzilstadt Konstanz im Innenhof der Sparkasse Bodensee an der Marktstätte zu zeigen und eine neue Schriftenreihe vorzustellen. Tatsächlich ging es aber um mehr als das. Es sollte ein Startschuss werden für einen vierjährigen Marathon. Schließlich soll die Chefin der Konzilstadt Konstanz, Ruth Bader, bis 2014 den Veranstaltungsreigen eröffnen. „Wir sind auf dem Weg“, sagte Oberbürgermeister Horst Frank denn auch und hielt mit seinen Erwartungen an die 600-Jahrfeier nicht hinter dem Berg: „Mit diesem Jubiläum können wir Konstanz nachdrücklich auf die europäische Landkarte setzen“, sagte Frank. In den nächsten Jahren gehe es darum, das Thema populär zu machen und die Menschen dafür zu begeistern. Bemerkenswert an seiner kleinen Ansprache war zudem, dass Frank dem Theaterintendanten Nix dafür dankte, dass er sich bereit erkläre habe, die Geschichte des Konzils theatral aufzuarbeiten. Bisher hatte die Verwaltung einen Auftrag an das Theater Konstanz stets dementiert. Ebenso unklar war bisher auch, ob es eine große Landesausstellung zum Thema im Jahr 2014 geben wird. Nach Angaben von Harald Siebenmorgen, Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe und Hauptverantwortlicher für Landesausstellung, ist die offizielle Zusage aber nur noch eine Formsache: „Es fehlt lediglich der Kabinettsbeschluss. “ Dass es bei den weiteren Verhandlungen auch um Geld gehen wird, sagte er nicht so direkt, stattdessen etwas zur Beruhigung der Zuhörer: „Wir arbeiten bereits an der Vorbereitung der Landesausstellung“, so Siebenmorgen. Auf rund 1300 Quadratmeter Ausstellungsfläche wolle man eine Schau auf dem aktuellsten Stand der Forschung präsentieren. „Wir wollen Konstanz als das zeigen, was es damals vor allem war: ein Schmelztiegel der Kulturen.“ Auch dem Alltagsleben im mittelalterlichen Konstanz werde Platz eingeräumt. Einen Rat an die Stadt Konstanz hatte Siebenmorgen auch noch parat: Beim Umbau des Konzils solle man auf eine qualitätvolle Umsetzung achten und es so gestalten, dass man immer wieder dort Ausstellungen zeigen könne. Am Ende durfte dann auch die Hausherrin Ruth Bader noch etwas sagen: „Mit unseren neuen Räumen ist das Konziljubiläum jetzt endgültig zentral in der Stadt angekommen. Hier haben wir die Möglichkeit zu wachsen, je näher das Jubiläum rückt“, so Bader. Im Mai 2010 soll sich die neue Heimat der Konzilstadt erstmals richtig bewähren: Dann wird dort eine Ausstellung zu den Städtepartnerschaften zu sehen sein. Gleichzeitig wird ein großes Städtepartnerschafts-Treffen stattfinden. Für die Jahre von 2014 bis 2018 plant die Stadt derzeit ein mehrjähriges Fest zum 600-jährigen Jubiläum. In verschiedenen Formen will man in diesen fünf Jahren an das historische Ereignis erinnern. Weitere Artikel zu: Kommunalpolitik, |


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