Die Debatte um die Umbenennung der Von-Emmich- in Georges-Ferber-Straße geht in die Verlängerung. Der Gemeinderat kippt möglicherweise am 28. Juni den schon gefassten Beschluss, der Straße einen neuen Namen zu geben. Bürger hatten sich bei einer Anhörung vehement gegen eine Namensänderung ausgesprochen. Der Historiker Lothar Burchardt, der als Fachreferent geladen war, sagte er sehe keinen zwingenden Grund, den Namen des Otto von Emmich aus dem Stadtbild zu tilgen. Mit dem Straßennamen verbinde der Bürger heute nichts mehr. Dass mit ihm einem Kämpfer aus dem Ersten Weltkrieg ein Denkmal gesetzt wurde, sei „dem allgemeinen Bewusstsein längst entschwunden.“
Rund 150 Bürger in der Von-Emmich-Straße wären von der Umbenennung betroffen. Etwa 30 kamen zur Anhörung ins Technische Rathaus. Sie zeigten sich erbot über den Zeitpunkt der geplanten Namensänderung. Denn in der Straße haben einige gerade vor einem halben Jahr einen neuen Wohnblock bezogen. Sie beklagten, ihnen sei gerade eben gelungen, allen Freunden und Geschäftspartnern die neue Adresse mitzuteilen. Sprecher kritisierten auch, dass die Bürger nicht schon frühzeitig ins Verfahren einbezogen wurden. Andere schlugen vor, den Namen Von-Emmich als Mahnmal zu belassen. Ein Schild sollte auf die Hintergründe hinweisen.
Stadtrat Werner Allweiss (Freie Grüne Liste), der seit 30 Jahren in der Kommission zur Straßenbenennung sitzt, war die treibende Kraft für die Umbenennung. Er war allerdings auch der Stadtrat, der die Bürgeranhörung ins Spiel brachte, als sich der Widerstand der Anwohner regte. Allweiss räumte in der Anhörung ein, der Zeitpunkt zur Umbenennung sei unglücklich. Das Verfahren habe sich seit der ersten Anregung länger hingezogen als erwartet. Er wolle mit seiner Fraktion nochmals zur Sache beraten, sagte er auf Nachfragen gegenüber dem SÜDKURIER. Andere, die Allweiss zunächst gefolgt waren, rücken nun der Namensänderung ab. Wolfgang Müller-Fehrenbach (CDU) sagte, er sehe keine dringende Notwendigkeit dafür, der Parteikollege Andreas Ellegast schloss sich an, ebenfalls Heinrich Everke (FDP). Roland Wallisch (Grüne) räumte ein, es seien Fehler im Verfahren gemacht worden. Die Idee, die Straße künftig nach dem elsässischen Verwaltungsoffizier Georges Ferber zu benennen, habe ihn zunächst überzeugt. Dieser war unter anderem maßgeblich daran beteiligt, dass Johannes Weyl die Lizenz zur Gründung des SÜDKURIER bekam.

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