Konstanz Nach tödlichem Hundebiss: Halter verteidigt Ben
15.01.2010
Bild: sk
Konstanz – Wie gefährlich ist Hund Ben? Das fragen sich viele Bürger in Egg, nachdem er Yaki, den Rauhaardackel von Heinz Weber, tot gebissen hat. Für Peter Schmidt, der im Haus des Hundehalters von Ben wohnt, ist der Fall klar: „Er ist völlig in Ordnung. Wir haben den Hund alle gern.“ Er sei sehr kinderlieb, so spielten die Kinder seiner Lebensgefährtin immer mit ihm. „Der Hund passt eben nur auf sein Revier auf.“ Er verstehe die Emotionen, die in Egg nun hoch kochen, sagte Schmidt. Doch der Familie, der das neun Jahre alte Tier gehört, tue das Ganze sehr leid.
Der Hundehalter möchte seinen Namen nicht öffentlich nennen. Er nimmt aber zum Tod von Yaki Stellung. „Es tut uns allen leid, was passiert ist. Das ist wirklich schlimm“, sagte er zum SÜDKURIER. Aber Ben, eine Mischung aus Schäferhund und Labrador, sei nicht gefährlich, sein Biss sei vielmehr durch das Revierverhalten zu begründen. „Er ist einfach ein Hofhund.“ Er lebe an der Kette, da Ben es zum einen in der Wohnung nicht aushalte, zum anderen um das kinderliebe Tier davon abzuhalten, auf den benachbarten Spielplatz zu laufen.
Am fraglichen Tag sei man noch mit Heinz Weber, dessen Begleitern, Dackel Yaki und einem Schäferhund ein Stück weit zusammen gegangen, berichtete der Halter von Ben. „Die drei Hunde zeigten keinerlei Aggressivität untereinander.“ Erst später am Haus sei es zum Biss gekommen. Die Tierärztin vermute, es handle sich um Revier-Streitigkeiten, sagte der Hundehalter. Es sei zuvor schon öfters vorgekommen, dass der Rauhaardackel den angeleinten Ben angebellt habe. Zudem sei er im Dezember am Darm operiert worden und habe noch unter den Folgen gelitten. „Vielleicht hat auch das etwas mit dem plötzlichen Angriff zu tun.“
Den Vorwurf, der Hund habe vor einigen Jahren eine Person gebissen, bestreitet der Halter. Es habe allenfalls Streit zwischen Ben und anderen Rüden gegeben. Denn durch die Verdichtung in Egg seien neue Hunde ins Dorf gekommen. „Da diese im Revier von Ben Revier-Besitzansprüche markierten, gab es auch zwischen den Hunden manchmal Zoff. Hierbei wurde aber nie ein Hund verletzt.“
Erich Böhler, stellvertretender Leiter des Bürgeramts, hatte im Gespräch mit der Redaktion vergangene Woche von einer verletzten Person berichtet. Allerdings sei die Darstellung in den Akten etwas verwirrend, sagte er nun. Er fand Hinweise auf eine Auseinandersetzung mit einem anderen Hund. Dessen Halter sei damals dazwischen gegangen, und Ben habe nach ihm geschnappt, sagte Böhler. Ein Fachmann habe den Hund daraufhin getestet und keine Auffälligkeiten festgestellt.
Tierschutz-Hundeverordnung §13 Nr.